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Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit

Schichtarbeit gesund organisieren

Die Organisation der Arbeit im Nacht- und Schichtdienst stellt unter gesundheitlichen und sozialen Aspekten besondere Gestaltungsanforderungen. Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen ist seit langem bekannt, dass diese Arbeitszeitformen für die Beschäftigten ein gesundheitliches Risiko darstellen können.

Schätzungsweise sechs Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in Schichtsystemen. Wer Schicht arbeitet, lebt gegen die innere Uhr, was zu gesundheitlichen Risiken führen kann. Das belegen auch zahlreiche wissenschaftliche Studien.

Nur ein gut organisierter Schichtplan minimiert die gesundheitlichen Risiken bei den Angestellten und macht den reibungslosen Ablauf im Betrieb möglich. Der Plan sollte ergonomisch sein und muss laut gesetzlicher Regelung nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltet sein.
Dies sieht das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) für die Gestaltung und Flankierung der Nacht- und Schichtarbeit vor. Von besonderem Interesse ist dabei der § 6 Abs. 1 des ArbZG in dem gefordert wird, die Nacht- und Schichtarbeit nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten.

Handlungsempfehlungen für die gesunde Organisation von Schichtarbeit

Ausgehend von den vorliegenden arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen lassen sich folgende Handlungsempfehlungen formulieren:

  1. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Nachtschichten sollte möglichst gering sein.
  2. Nach einer Nachtschichtphase sollte eine möglichst lange Ruhephase folgen. Sie sollte auf keinen Fall weniger als 24 Stunden betragen.
  3. Geblockte Wochenendfreizeiten sind besser als einzelne freie Tage am Wochenende.
  4. Schichtarbeiter sollten möglichst mehr freie Tage im Jahr haben als Tagarbeiter.
  5. Ungünstige Schichtfolgen sollten vermieden werden, das heißt immer vorwärts rotieren.
  6. Die Frühschicht sollte nicht zu früh beginnen.
  7. Die Nachtschicht sollte möglichst früh enden.
  8. Zugunsten individueller Vorlieben sollte auf starre Anfangszeiten verzichtet werden.
  9. Die Massierung von Arbeitstagen oder Arbeitszeiten auf einen Tag sollte begrenzt werden.
  10. Schichtpläne sollen vorhersagbar und überschaubar sein.

Diese Empfehlungen müssen nicht alle gleichzeitig erfüllt und auch nicht nach der obigen Reihenfolge umgesetzt werden. Vielmehr müssen die einzelnen Kriterien individuell bewertet werden und an die Anforderungen im Betrieb angepasst werden.
Grundsätzlich gilt aber, dass die Kriterien zur Verringerung des gesundheitlichen Risikos Vorrang haben müssen.

Weiter gilt:

  • Die Massierung von Arbeitsbelastung unter Berücksichtigung der Arbeitszeit sollte vermieden werden.
  • Die Ruhezeiten zwischen den Schichten sollten so lang sein, dass sie eine effektive Erholung ermöglichen.
  • Um Schlafdefizite zu vermeiden, sollten nicht zu viele Nachtschichten aufeinander folgen.

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