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Arbeitsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ihre Ursachen, Verbreitung und Folgen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) umfassen alle Erkrankungen des Herzens und des Blutgefäßsystems. Neben außerberuflichen Einflüssen können auch bestimmte Arbeitsbedingungen eine Rolle bei ihrer Entstehung spielen. Erfahren Sie hier, welche das sind.

Nach wie vor stehen Erkrankungen von Herz und Kreislauf an der Spitze der Krankheits- und Todesursachen in Deutschland. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind sie insgesamt für etwa 40 Prozent aller Sterbefälle hierzulande verantwortlich. Darüber hinaus sind sie mit erheblichen persönlichen Krankheitsfolgen verbunden und verursachen hohe gesellschaftliche Krankheitskosten.

Die Bandbreite von HKE

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können angeboren oder erworben sein. Sie lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  • Krankheiten des vom Herzen wegführenden (arteriellen) Systems,
  • Krankheiten des zum Herzen hinführenden (venösen) Systems sowie
  • Erkrankungen des Herzens (z. B. Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen).

Häufig führen Erkrankungen der Arterien zu einer fortgeschrittenen Verengung derselben. Man spricht dann von Arteriosklerose. Diese kann beispielsweise eine Angina pectoris (Brustenge), eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, eine koronare Herzerkrankung oder einen Schlaganfall verursachen.

Erkrankungen der Venen, die das Blut zum Herzen transportieren, sind oft auf eine Gefäßerweiterung zurückzuführen. Diese Erweiterung ist eine Folge der Erschlaffung der Gefäßwandmuskulatur. Zu den venösen Erkrankungen gehören Krampfaderleiden, Venenentzündungen und Thrombosen (Blutgerinnselbildungen).

Bedeutung und Verbreitung von HKE

Die mit Arteriosklerose verbundenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weit verbreitet und treten mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Bereits ab dem 40. Lebensjahr, das heißt im Erwerbstätigenalter, tragen diese Erkrankungen vor allem bei Männern zur Krankheitslast in Deutschland bei. Bedeutende Diagnosen sind:

  • der Bluthochdruck (Hypertonie),
  • die Angina pectoris,
  • der akute Herzinfarkt und
  • der Schlaganfall.

In Deutschland verursachen HKE nach Angaben des Robert Koch-Instituts (2015) derzeit circa 40 Prozent der Sterbefälle. Bei Erwerbstätigen bis zum 65. Lebensjahr sind HKE für circa zehn Prozent der Frühverrentungen und knapp ein Viertel aller vorzeitigen Todesfälle verantwortlich (Quelle: Statistisches Bundesamt 2013; Deutsche Rentenversicherung 2011).

Arbeitsunfähigkeit und HKE

Arbeitsunfähigkeit (AU) aufgrund von HKE tritt mit unterschiedlicher Häufigkeit in allen Berufsgruppen auf. Diese Variabilität wird sowohl von den Arbeits- als auch von den Lebensbedingungen beeinflusst. Informationen dazu finden Sie unten.

Die Anzahl von AU-Tagen pro Beschäftigtem variiert zwischen den Wirtschaftsbranchen. Insbesondere in der Metallindustrie, im sonstigen Fahrzeugbau und in den Verkehrsunternehmen wird ein besonders hoher Anteil von HKE beobachtet (BKK Dachverband, 2013). In den AU-Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen sind HKE neben Muskel-Skelett-Erkrankungen, Infektionserkrankungen, psychischen Erkrankungen und Erkrankungen des Verdauungssystems von Bedeutung.

Die Häufigkeit von AU aufgrund von HKE wurde im BAuA-Projekt F 2255 (siehe unter Links ) untersucht. Im Ergebnis zeigt sich, dass Arbeitnehmer mit geringem und mittlerem Qualifikationsniveau stärker von AU betroffen sind. Ebenfalls ist in den Berufsgruppen der Produktion und des Dienstleistungsbereichs AU häufiger als in der Verwaltung nachweisbar. Das gilt für beide Geschlechter.

Außerberufliche und arbeitsbezogene Ursachen von HKE

Bei den außerberuflichen Ursachen erhöhen nach den Ergebnissen großer internationaler Studien (INTERHEART-Studie) neben einer familiären Disposition folgende Faktoren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • Rauchen,
  • Alkoholkonsum,
  • mangelnde Bewegung,
  • falsches Ernährungsverhalten verbunden mit Übergewicht,
  • hohe Blutfettwerte,
  • Bluthochdruck,
  • Diabetes,
  • psychosoziale Faktoren (Stress).

Als berufliche Ursachen sind neben physikalischen Risikofaktoren wie Lärm und Hitze auch physische Faktoren in der Diskussion um die Ursachen für die Entstehung von HKE. Dazu gehören sowohl körperliche Schwerarbeit, das heißt hohe physische Anforderungen als auch physische Unterforderung durch langes berufliches Sitzen oder Stehen. Auch Stäube und herzschädigende (kardiotoxische) Stoffe spielen eine Rolle. Die meisten Erkenntnisse für den Zusammenhang von arbeitsbedingten Risikofaktoren und HKE liegen jedoch für psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz vor. Danach können die folgenden psychosozialen Belastungen das Risiko für eine HKE beeinflussen:

  • Hohe Arbeitsanforderung bei gleichzeitig geringem Handlungsspielraum
  • Gratifikationskrisen (das heißt ein Ungleichgewicht zwischen den wahrgenommenen beruflichen Anforderungen gegenüber den erfahrenen oder zugesicherten Anerkennungen)
  • Schichtarbeit
  • Überlange Arbeitszeiten

Diese Belastungen können auch das Gesundheitsverhalten verändern und auf diesem Weg zu einem erhöhten Risiko beitragen. Einige der BAuA-Forschungsprojekte der letzten Jahre haben die Zusammenhänge zwischen Beruf bzw. beruflichen Belastungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Sie haben in der Rubrik Links die Möglichkeit, die entsprechenden Forschungsberichte herunterzuladen.

Entstehung und Entwicklung von HKE

Unter dem Einfluss beruflicher und außerberuflicher Risikofaktoren verändern sich physiologische Prozesse, wie zum Beispiel die Hormonproduktion, die Immunabwehr und die Aktivität des vegetativen Nervensystems. Es können sich ein erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutfettwerte entwickeln. In der Folge kann es an und in den Gefäßwänden zu Ablagerungen kommen, wie zum Beispiel Fette, Blutgerinnsel, Entzündungszellen. Diese führen zu einer Verengung und Versteifung der Gefäße mit nachfolgender Minderdurchblutung oder Totalverschluss wichtiger Arterien. Die Sauerstoffversorgung des nachgeschalteten Organs oder Gewebes wird so reduziert oder ganz unterbrochen.

Forschungsprojekte