- Projektnummer: F 2447
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz
- Status: Abgeschlossenes Projekt
Projektbeschreibung:
Die Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) untersuchte, wie Arbeitsbedingungen mit Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen zusammenhängen, um die Risikovorhersage für Herz-Kreislauferkrankungen zu verbessern.
Der 10-Jahres-Längsschnitt zeigt, dass Typ-2-Diabetes und das metabolische Syndrom vermehrt bei Beschäftigten in der Lebensmittelherstellung, Metallverarbeitung, Reinigung sowie bei Fahrerinnen und Fahrern auftreten. Zudem zeigt sich für Männer ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom bei mittlerer (221–660 Nächte) und hoher (mehr als 660 Nächte) Anzahl von Nachtschichten nach 5 Jahren. Eine mittlere Anzahl von Nachtschichten ist nach 10 Jahren tendenziell mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) verbunden.
Für die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach längerer Arbeitsunfähigkeit stellen sich das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) und die stufenweise Wiedereingliederung (StW) als entscheidend heraus. Diese Angebote führen dazu, dass ein höherer Anteil von Beschäftigten die Arbeitsfähigkeit wiedererlangt und sich besser unterstützt fühlt. Das Auftreten einer HKE ist für beide Geschlechter mit einer Reduzierung der Arbeitsstunden und für Frauen mit einem höheren Risiko für vorzeitigen Austritt aus dem Erwerbsleben verbunden.
Mit Hilfe des validierten Fragebogens COPSOQ-3 wurde u.a. Mobbing bei der Arbeit betrachtet. Das Risiko von HKE war bei der Angabe von Mobbing erhöht. Eine wiederholte Angabe von Mobbing ist mit dem höchsten Risiko für HKE verbunden.
Mithilfe des Industrie-4.0-Moduls wurden die Auswirkungen digitaler Kommunikation und neuer Technologien erfasst. Die Mehrheit der Beschäftigten nutzt regelmäßig digitale Tools und bewertet sie positiv, erlebt aber auch Multitasking und ständige Wissensaneignung. Digitale Arbeit ist mit höherer Arbeitszufriedenheit, aber auch erhöhter Absicht, den Arbeitsplatz zu wechseln, verbunden.
Die GHS-Daten wurden mit Routinedaten gesetzlicher Krankenversicherungen verknüpft, um zusätzliche Gesundheitsinformationen für die Forschung zu erhalten.