- Projektnummer: F 2629
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Laufendes Projekt
- Geplantes Ende: 28. Februar 2029
Projektbeschreibung:
Psychische Beanspruchung beeinflusst sowohl die Gesundheit der Beschäftigten als auch die Qualität und Dauer von Arbeitsprozessen. Eine valide Messung ist daher eine wichtige Voraussetzung für eine menschengerechte Arbeitsgestaltung und für den betrieblichen Arbeitsschutz.
Mit der Verbreitung interaktiver Technologien und Assistenzsysteme in der Arbeitswelt verändern sich auch die Anforderungen an geeignete Messmethoden. Früher reichten wenige Messungen zu festen Zeitpunkten aus. Moderne Systeme benötigen hingegen häufigere Messungen in Echtzeit und am besten direkt während der Arbeit. Nur so lässt sich zuverlässig erkennen, wie sich diese dynamischen Technologien auf die Belastung auswirken.
Ziel des Projekts ist es, Methoden zur Messung der psychischen Beanspruchung bei der Arbeit mit interaktiven Technologien und Assistenzsystemen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich psychische Beanspruchung – zum Beispiel durch Stress, Ermüdung, Monotonie oder psychische Sättigung – möglichst zuverlässig und praxisnah erfassen lässt. In einer realitätsnahen, simulierten Produktionsumgebung wird mit Probanden geprüft:
- in welchen zeitlichen Abständen die Beanspruchung erfasst werden sollte,
- für welche Forschungsfragen eindimensionale Einschätzungen ausreichen oder mehrere Aspekte getrennt erhoben werden müssen,
- ob unterschiedliche Erhebungsformen – wie Tablet-Befragungen oder sprachbasierte Verfahren mit KI-Unterstützung – vergleichbare Ergebnisse liefern.
Das Projekt trägt damit dazu bei, Belastungsspitzen frühzeitig zu erkennen, Fehlbeanspruchung zu vermeiden und Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass sie gesundheitsförderlich und gleichzeitig produktiv sind. Die Ergebnisse können perspektivisch in der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung genutzt werden.
Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens "Methodik für die Entwicklung einer datengetriebenen Prozesszeitprognose für manuelle Montagesysteme von hochvariablen Produkten". Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und von der BAuA in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt.