- Projektnummer: F 2566
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Abgeschlossenes Projekt
Projektbeschreibung:
Für den Schutz von Beschäftigten vor gesundheitlichen Gefahren durch einatembare Stäube muss die mögliche Wirkung der darin enthaltenen Partikel und Fasern bewertet werden. Dafür ist es notwendig, deren Größe und chemische Zusammensetzung zu ermitteln. Dies wiederum erfordert die individuelle Charakterisierung vieler Staubpartikel mit mikroskopischen Analyseverfahren, wobei große Datenmengen anfallen. Da diese Daten die Grundlage einer sicheren Stoffidentifizierung bilden, wurde im Rahmen eines vom BMAS geförderten Projekts die FAMOSH-Datenbank konzipiert, entwickelt und online gestellt.
Das Akronym FAMOSH steht für Fibre and Advanced Materials Occupational Safety and Health und soll auf den Nutzen hinweisen, den öffentlich verfügbare material- und expositionswissenschaftliche Daten zu Stäuben für den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben. Die Datenbank stellt Informationen zu Messprojekten, Materialien, Proben, Auswerteprozeduren, Messparametern und detaillierten Analyseergebnissen bereit. Letztere umfassen Bilder von Luftsammelfiltern, Einzelpartikelbilder, Partikelspektren und Stoffklassifizierungen. Die Daten unterliegen einem Rechte- und Rollenkonzept, wodurch die Sichtbarkeit eigener Daten für andere Nutzer feingranular gesteuert werden kann. Darüber hinaus wird die Datenbank auch zur Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) in den Bereichen Bildverarbeitung und Zusammensetzungsanalyse einen Beitrag leisten, da sie neben Trainingsdaten auch KI-Modelle bereitstellt. Diese Modelle können über eine Web-Oberfläche mit Trainingsdaten, die anhand ihrer Metadaten ausgewählt wurden, auch von Nutzenden ohne Programmierkenntnisse an wechselnde Aufgabenstellungen angepasst werden. Auf die Datenbank kann unter der Adresse https://famosh.eu per Webseite, aber auch über eine Softwareschnittstelle, zugegriffen werden, und sie kann mittels Mikroskop-Automatisierungssoftware, wie sie im Rahmen des Projekts F 2529 entwickelt wird, befüllt werden.