Kognitive Ergonomie bei der virtuellen Teamkommunikation

  • Projektnummer: F 2553
  • Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Hybride Arbeitsformen und mobiles Arbeiten sind heute fester Bestandteil des Arbeitsalltags vieler Teams. Videobesprechungen ermöglichen dabei eine ortsunabhängige, zeit- und kostengünstige Zusammenarbeit. Gleichzeitig unterscheiden sie sich von Präsenzbesprechungen, insbesondere hinsichtlich sozialer Interaktion, Beanspruchung und Gruppendynamik.

Im Projekt wurden daher Video-, Hybrid- und Präsenzbesprechungen systematisch verglichen, um Gestaltungsempfehlungen abzuleiten, wobei der Einfluss der technischen Ausstattung gezielt berücksichtigt wurde.

Aufbauend auf Fokusgruppen mit Expertinnen und Experten aus Forschung, Behörden, Unfallversicherung und Industrie wurden vier Experimente mit Teams von drei bis sechs Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren durchgeführt. Untersucht wurden neben den Teamleistungen die subjektiven Bewertungen von Zufriedenheit, Aktivierung, Anspannung, kognitiver Beanspruchung und Präferenzen, mit einem besonderen Fokus auf den Einfluss der eingesetzten Hardware-Konfiguration.

Die Ergebnisse zeigen, dass Video- und Hybridformate mit höherer kognitiver und visueller Beanspruchung verbunden waren, insbesondere bei der ausschließlichen Nutzung von Laptops ohne zusätzliche Tastatur, Maus und externen Bildschirm. In den virtuellen Formaten kam es zwar vermehrt zu Koordinationsproblemen, diese blieben jedoch insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Weiterhin zeigte sich, dass die Teamleistung in virtuellen Formaten nicht zwangsläufig geringer ausfällt, auch wenn es Einschränkungen in der Interaktionsdynamik gibt und die Verarbeitung mit höherer Beanspruchung verbunden sein kann.

Insgesamt verdeutlicht das Projekt, dass die Wahl des Besprechungsformats kontext- und personenbezogen erfolgen sollte. Videokonferenzen können eine effiziente Alternative sein und Flexibilitätsmöglichkeiten bieten. Sie erfordern jedoch eine ergonomisch und kognitiv geeignete technische Ausstattung. In Bezug auf die sichere und gesunde Arbeitsgestaltung sollten insbesondere die ausschließliche Verwendung von Laptops ohne zusätzliche Peripheriegeräte kritisch hinterfragt werden.

Publikationen

Hybrides, multilokales Arbeiten im Team: virtuell vs. Präsenz

Erscheinungsjahr: 2025

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Virtuelle Teamkommunikation: Echtzeit­kommunikationssysteme und E-Mail im Vergleich

Erscheinungsjahr: 2023

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Kontakt

Fachgruppe 2.3 "Human Factors, Ergonomie"

Service-Telefon: 0231 9071-2071
Fax: 0231 9071-2070