- Projektnummer: F 2446
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Laufendes Projekt
- Geplantes Ende: 31. Dezember 2024
Projektbeschreibung:
Damit Produkte und Arbeitssysteme sicher, gesund und wettbewerbsfähig verwendet werden können, müssen sie ergonomisch gestaltet, also auf den Menschen ausgerichtet sein. Dabei spielen digitale Modelle und Methoden eine zunehmend wichtige Rolle. Eine genaue computergestützte Abbildung und Simulation des Menschen in einer virtuellen (Arbeits-) Umgebung erfordert dabei eine sehr detaillierte Kenntnis der Merkmale des Menschen.
Das Projekt hat die Erhebung, Aufbereitung und Bereitstellung von aktuellen anthropometrischen Daten (Maße und Maßverhältnisse des menschlichen Körpers) der Beschäftigten in Deutschland zum Ziel. Es wird dazu eine Methodik entwickelt, um diese Daten mit Hilfe von 3D-Bodyscans zu erheben, zu ergänzen und mit weiteren Quellen zu gewichten, so dass eine fortlaufende Aktualität gewährleistet werden kann. Für die Laboruntersuchung zur Erfassung von 3D-Körperbildern suchen wir interessierte Versuchspersonen (für Informationen zur Studienteilnahme siehe unten).
Eine Herausforderung liegt in der Bereitstellung der Daten bei gleichzeitig vollständiger Anonymität der vermessenen Personen. Bei der Aufbereitung werden die Originaldaten daher virtuell nachgebildet. Wie ein solcher Datensatz beschaffen sein muss, wurde bereits in einem vorangegangenen Projekt der BAuA erarbeitet (F 2396 "Digitale Ergonomie: Virtuelle Anthropometrie für die sichere und ergonomische Produkt- und Arbeitssystemgestaltung"). Der auf diese Weise künstlich am Computer erzeugte Datensatz ist statistisch nahezu identisch mit dem Originaldatensatz, kann aber ohne datenschutzrechtliche Einschränkungen verwendet und veröffentlicht werden.
Die Berechnungsverfahren sind dabei sehr komplex. Daher wird in diesem Projekt weiterhin an möglichst einfachen Bereitstellungsformen der Daten gearbeitet. Dadurch wird kleinen, mittleren und großen Unternehmen gleichermaßen der Zugriff auf aktuelle und detaillierte anthropometrische Daten erleichtert. Mit diesem Projekt soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass bei der Produktentwicklung ebenso wie bei der Gestaltung von Arbeitssystemen zukünftig ergonomische Anforderungen des Menschen besser und in einem höheren Detaillierungsgrad berücksichtigt werden können.