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Belastungsfaktoren und Ressourcen bei Solo-Selbständigkeit und Mehrfachbeschäftigung

Projektnummer: F 2371 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Psychologie Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Ziel des Forschungsvorhabens war es, die spezifischen Arbeitssituationen von Solo-Selbständigen und Mehrfachbeschäftigten sowie die mit diesen Beschäftigungsformen einhergehenden Belastungen und Ressourcen zu untersuchen.

Für die Solo-Selbstständigen zeigt sich, dass sich deren gesundheitliche Situation aus einem komplexen Zusammenspiel von Belastungen und Ressourcen ergibt, die sich aus für die Solo-Selbstständigkeit spezifischen und unspezifischen Merkmalen speist. So sind Solo-Selbstständige, wie auch abhängig Beschäftigte mit den Merkmalen der Erwerbstätigkeit konfrontiert, die sich aus der ausgeübten Tätigkeit ergeben. Darüber hinaus bedeutet Solo-Selbstständigkeit eine hohe eigene Verantwortung für verschiedene Aspekte und somit auch für Bedingungen unter denen gearbeitet wird. Zudem ermöglicht Solo-Selbstständigkeit ein besonderes Maß an Autonomie. Einschränkend ist jedoch zu beachten, dass die Personen sowohl in der Lage sein müssen, diese Autonomie nutzen zu können als auch die damit einhergehende Verantwortung tragen zu können. Individuelle Merkmale bestimmen darüber, ob Personen mit den Anforderungen der Solo-Selbstständigkeit umgehen können und sich an neue Herausforderungen anpassen können. Des Weiteren können die äußeren Bedingungen in Form des Markt- und Produktkontextes die Autonomie konterkarieren bzw. die Verantwortung zur Bürde werden lassen. Der Kontext gibt mit Markt, Wettbewerb und Kunden/innen den Gestaltungsrahmen vor. Ein guter Kontext ermöglicht ein hohes Maß an Freiheit für die Ausgestaltung - ein unsicherer Kontext, z. B. im Hinblick auf die aktuelle und zukünftige Auftragslage im jeweiligen Tätigkeitsbereich, beschränkt diese Freiheit.

Bei den Mehrfachbeschäftigten zeigt sich, dass nicht nur die Arbeitsbedingungen der einzelnen Erwerbstätigkeiten für die Zufriedenheit und Gesundheit von Bedeutung sind. Ebenso relevant ist es, wie die einzelnen Erwerbstätigkeiten ausgeführt und unter welchen privaten und arbeitsbezogenen Bedingungen sie untereinander und mit dem Privatleben koordiniert werden. Dabei tragen alle Ebenen zur Güte der Koordination bei. Die Gestaltung der Mehrfachbeschäftigung lebt folglich nicht nur von der Gestaltung der konkreten Arbeitsbedingungen, sondern von den gesamten Integrationsmöglichkeiten und -hindernissen. Es ist für die Gesundheit der Mehrfachbeschäftigten im besonderen Maße relevant, dass sie Anpassungen bei der Ausgestaltung der Mehrfachbeschäftigung vornehmen können, z. B. wenn eine mangelnde Vereinbarkeit der Erwerbstätigkeiten vorliegt. Dies kann unter anderem durch eine Reduzierung der Arbeitszeit oder Änderung der Arbeitsanforderungen in einer der Tätigkeiten erfolgen. Jedoch ist hier eine ausreichende Autonomie nötig, diese Änderungen vornehmen zu können. Lässt sich keine Anpassung vornehmen, wird ein Rückzug aus der Mehrfachbeschäftigung wahrscheinlicher. Auch hier ist einschränkend anzuführen, dass unter anderem die finanzielle Notwendigkeit mehreren Tätigkeiten nachzugehen, einen Rückzug aus der Mehrfachbeschäftigung verhindern kann. So ergibt sich gerade aus der Konstellation von mangelnder Vereinbarkeit der Tätigkeiten und geringen Möglichkeiten der Anpassung oder des Rückzugs ein Gesundheitsrisiko für Mehrfachbeschäftigte.

Kontakt

Fachgruppe 1.2 "Arbeitsweltberichterstattung"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070