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Arbeitsplatzbelastungen bei der Verwendung von bioziden Produkten: Messungen zur inhalativen und dermalen Exposition bei der Ausbringung von Biozidschäumen

Projektnummer: F 2366 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG) Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

An gewerblichen Arbeitsplätzen werden Biozidprodukte unter anderem mittels Schaumtechniken ausgebracht. In diesem Projekt wurde ein praxisnahes Verfahren zur Abschätzung der Exposition beim Einatmen (inhalativ) und über Hautkontakt (dermal) gegenüber nichtflüchtigen Bioziden beim Schäumen eingeführt und bewertet.

Im Einzelnen wurden die Quellstärken der Freisetzung einatembarer Wirkstoffaerosole und die aerosolbedingte Wirkstoffablagerung auf Oberflächen für repräsentative Schaum- und Sprühverfahren sowie Wirkstoffformulierungen bestimmt. Die Untersuchungen fanden in Modellräumen unter kontrollierten Randbedingungen statt. Zudem wurden die Unterschiede zwischen Schäumen und Sprühen bei vergleichbaren Verfahren untersucht. Für die Schaumverfahren wurden die Quellstärken parametrisiert, auf zugängliche Prozessparameter zurückgeführt und im Hinblick auf die praktische Anwendung in drei Freisetzungskategorien eingeteilt. Diese Quellstärkeninformation wurde in einem angepassten 2-box-Modell verwendet, um die Expositionen für unterschiedliche Situationen vorhersagen zu können. Die Qualität der Modellraumergebnisse und der Modellvorhersagen wurde anhand von Messungen an realen bzw. nachgestellten Arbeitsplätzen bewertet.

Während die inhalative Exposition beim Schäumen geringer ist als beim Sprühen, ergeben sich für die dermale Exposition keine relevanten Unterschiede zwischen Schäumen und Sprühen. Grund dafür ist, dass die dermale Exposition vor allem auf Kontakte bei der Handhabung und auf Kontaminationen durch Spritzer und nicht auf Aerosolablagerungen zurückzuführen ist. Dementsprechend stimmen die dermalen Expositionsdaten gut mit den Daten von Modellen, die derzeit für Sprühprozesse im Rahmen von Zulassungsverfahren verwendet werden, überein. Auf die inhalative Exposition beim Schäumen sind diese Modelle nur unzureichend anwendbar. Hier erlaubt das angepasste 2-box-Modell unter Verwendung der Freisetzungskategorien der verwendeten Schaumprozesse entsprechend der Untersuchungen eine konservative Abschätzung der inhalativen Exposition.

Die gewonnenen theoretischen und praktischen Erkenntnisse zu der inhalativen und dermalen Exposition von Arbeitnehmern bei der Ausbringung von Biozidschäumen sind bedeutsam in der Risikobewertung der menschlichen Gesundheit im Rahmen von regulatorischen Verfahren. Des Weiteren soll die Modellentwicklung in dem nachfolgenden Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin „Modulare Modellansätze zur Expositionsabschätzung für die Risikobewertung am Arbeitsplatz im Rahmen der Chemikaliensicherheit“ eingehen.

Kontakt

Fachgruppe 4.1 "Expositionsszenarien"

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