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Entwicklung und Pilotierung von Qualifizierungstools für Führungskräfte und Personalvertreter zur Unterstützung erfolgreicher Restrukturierung

Projektnummer: F 2340 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Auf Basis der bereits genannten qualitativen Bedarfsanalyse wurde eine zweitätige betriebliche Weiterbildung entwickelt, pilothaft bei einem Praxispartner durchgeführt und von einem umfangreichen Evaluationsprozess begleitet. Die Evaluation bezog sich auf den Teilnehmernutzen, den weiteren Implementierungsprozess und insbesondere auf die mittelbare Wirkung der vermittelten Inhalte auf die Gesundheit der Teilnehmer selbst und die der Mitarbeiter in den Organisationseinheiten der Teilnehmer. Im Rahmen der Evaluation wurden das Seminar bzw. die vermittelten Inhalte sehr positiv beurteilt. Im nachfolgenden Prozess allerdings kam es, wie so oft bei betrieblichen Interventionen, zu Friktionen, die die Nachhaltigkeit konterkarierten. Dennoch konnten im Hinblick auf die mittelbare Wirkung des Seminars auf Gesundheit und Wohlbefinden leichte Verbesserungen festgestellt werden.

Die summative Evaluation und weitere Analysen auf Basis der Projektdaten zeigten im Einklang mit anderen Befunden aus der Literatur, z. B. auch konsistent mit dem Projekt "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt", dass die operativen Führungskräfte allein die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter nicht positiv beeinflussen können. Hierzu bedarf es vielmehr konzertierter Anstrengungen auf allen Ebenen der Organisation, besonders auch auf der strategischen Ebene. Die Schlussfolgerungen und die abgeleiteten Empfehlungen tragen diesem Umstand Rechnung. Auch im weiteren strategischen Vorgehen der BAuA und in entsprechenden Folgeprojekten wird der Notwendigkeit der Berücksichtigung aller organisationalen Ebenen Rechnung getragen.

Das Projekt weist folgende besondere Merkmale auf:

  • Es stellt eine GESUNDHEITS-bezogene Weiterbildungsmaßnahme für FK und BR in organisationalen Veränderungsprozessen dar (in Abgrenzung zu den herkömmlichen Inhalten von Führungskräfteschulungen).
  • Es wurde ein systematisches Vorgehen angewandt mit umfangreicher Bedarfsanalyse sowie Berücksichtigung des Literaturstandes zu gesundheitlichen Auswirkungen in Restrukturierungen sowie des Projekts "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt".
  • F 2340 stellt ein Beispiel für ein Projekt zur betrieblichen Intervention dar und tangiert damit eine weitere wichtige strategische Ausrichtung der BAuA (Punkt 4.4. laufenden Arbeitsprogramms). Die aktuellen Erkenntnisse der Forschung zu betrieblichen Interventionen wurden im Projektdesign aufgenommen (s. Abschnitt 1.4.).
  • Umfangreiche Evaluation (Teilnehmerzufriedenheit, -nutzen, Prozess der weiteren Implementierung, Praktikereinschätzung zum Seminarkonzept, summative Evaluation im Hinblick auf die Wirksamkeit für Wohlbefinden und Gesundheit).

Folgende interessante Aspekte bestätigen und komplettieren Ergebnisse aus Vorprojekten (HIRES, HIRES public, RENEWALS, F 2305; F 2353) zu Einflussmöglichkeiten von Führungskräften in Veränderungssituationen im Hinblick auf Wohlbefinden und Gesundheit der Mitarbeiter. Die Aspekte sind jeweils mit den zugehörigen Abschnitten im Bericht (s. Anlage) unterlegt:

  • Positive Ergebnisse in der formativen und summativen Evaluation (wichtige und sinnvolle Inhalte (s. Abschnitt 3), gute Vermittlungsmethode, hohe Teilnehmerzufriedenheit, Hinweise auf positive Wirkung auf Wohlbefinden und Gesundheit).
  • Bei Prozessevaluation: Problem der Nachhaltigkeit (schlechte weitere organisationale Kommunikation, weitere Restrukturierungsmaßnahme, Verantwortungsdiffusion).
  • Stützung der Ergebnisse des Projekts "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" (F 2353) zur Notwendigkeit von Mehr-Ebenen-Betrachtungen und der Bedeutung der Führungs- UND Managementebene (s. Abschnitte zur summativen Evaluation sowie 5.2. und 5.3):

    • Führungskräfte können Ressourcen bieten und positiv auf den Zusammenhang von Veränderungserleben und Wohlbefinden/Gesundheit einwirken.
    • Führungskräfte können indes nur sehr begrenzt auf die Belastungssituation (Workload, Druck, Verantwortung, Unsicherheit) einwirken. Die Weichenstellungen dafür werden auf strategischer Ebene vorgenommen.
  • Forschung zur betrieblichen Intervention muss kritisch die Umsetzungsphase und Nachhaltigkeit einer Maßnahme reflektieren. Dazu gehört auch die Frage der sinnvollen Abgrenzung zu Beratungsprozessen, die von Forschungseinrichtungen nicht geleistet werden können und sollen (s. Abschnitte 4.1.3 und 6.1.2.). Außerdem sind "Störungen" in der Organisation (neue Restrukturierungen, Verantwortungsdiffusion, schlechte organisationale Kommunikationsstrukturen) nur sehr bedingt beeinflussbar und werden immer eine schwer kontrollierbare Größe bei der Frage der Wirksamkeit von Interventionen sein.

Kontakt

Fachgruppe 1.1 "Wandel der Arbeit"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070