Betriebsärztliche Betreuung im Wandel
Ergebnisse des BAuA-Forschungsvorhabens "Betriebsärztliche Kleinbetriebsbetreuung - Bedarfsabschätzung, Strategien, zeitgemäße Betreuungsmodelle" und Zukunftsperspektiven - Workshop vom 10./11. Dezember 1999 in Berlin
Alle abhängig Beschäftigten in Deutschland haben seit 1996 prinzipiell das Recht auf ein vergleichbares Maß an Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz unabhängig von der Betriebsgröße. Da dies angesichts der zuvor gültigen Ausnahmeregelung für Betriebe mit weniger als 30 Beschäftigten eine erhebliche Ausweitung der zu erbringenden Betreuungsleistung und damit der erforderlichen personellen Ressourcen (Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte) notwendig macht, wurden im Bereich der einzelnen Unfallversicherungsträger Übergangsfristen unterschiedlicher Dauer vereinbart, so dass mit einer flächendeckenden Betreuung aller Beschäftigten erst ab dem Jahr 2004 zu rechnen ist. Die schrittweise Umsetzung europäischen Arbeitsschutzrechts in die Praxis ermöglicht die Entwicklung flankierender Maßnahmen zur Qualitätssicherung sowie eine am Bedarf orientierte Schaffung von Betreuungskapazitäten.
Diesen Umsetzungsprozess zu unterstützen, war Anliegen einer im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin durchgeführten Studie¹ zur arbeitsmedizinischen Betreuung von Kleinbetrieben, in der die für einen präventiven Schutz der Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit erforderlichen betriebsärztlichen Kapazitäten sowohl im Hinblick auf die momentane Situation als auch auf die zukünftige Entwicklung hin ermittelt werden sollten. Weiterhin waren beispielhaft effiziente Betreuungsmodelle und -strategien zu identifizieren. Im Ergebnis der Studie wurde ersichtlich, dass die betriebsärztliche Betreuung in der bisher praktizierten Form der sog. Regelbetreuung mit festgelegten Mindesteinsatzzeiten, entsprechend einer hypothetischen Gefährdung in der jeweiligen Branche, an ihre Grenzen stößt und dass zur Sicherstellung einer bedarfsangepassten Betreuung aller Beschäftigten die Entwicklung und qualitative Absicherung zusätzlicher Betreuungsstrategien und -modelle erforderlich ist.
Hierfür den Boden zu bereiten, war Anliegen eines zweitägigen Experten-Workshop im Dezember 1999 in Berlin. Neben einer ausführlichen Präsentation der Projektergebnisse kamen eine Reihe altemativer Betreuungsstrategien zur Vorstellung. Gleichzeitig wurde der Versuch unternommen, Erfahrungen und attraktive Betreuungsvarianten europäischer Nachbarländer (Finnland, Frankreich, Niederlande, Schweden) für den eigenen Bereich zu erschließen. Die im vorliegenden Tagungsband veröffentlichten Referentenbeiträge kommentieren und ergänzen die Projektergebnisse. Der Tagungsband versteht sich daher als Addendum zum Forschungsbericht.
1) Barth, C.; Glomm, D.; Wienhold, L.: Betriebsärztliche Kleinbetriebsbetreuung - Bedarfsabschätzung, Strategien, zeitgemäße Betreuungsmodelle. Dortmund/Berlin 2000; Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; Fb 904
Bibliografische Angaben
Titel: Betriebsärztliche Betreuung im Wandel. Ergebnisse des BAuA-Forschungsvorhabens "Betriebsärztliche Kleinbetriebsbetreuung - Bedarfsabschätzung, Strategien, zeitgemäße Betreuungsmodelle" und Zukunftsperspektiven - Workshop vom 10./11. Dezember 1999 in Berlin
1. Auflage.
Bremerhaven:
Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH, 2000.
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Tagungsbericht
, Tb 111)
ISBN: 3-89701-604-4, Seiten: 180, Papier
vergriffen