Methoden zur Minderung der Keimfreisetzung bei Schüttvorgängen an Abfallsammelfahrzeugen

Bisherige Untersuchungen ergaben, dass Beschäftigte bei der Abfallsammlung Keimimmissionen ausgesetzt sind, die deutlich über den Hintergrundwerten liegen und zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Ziel dieses Forschungsvorhabens war die Untersuchung und Bewertung von technischen und organisatorischen Möglichkeiten zur Reduzierung der Keimexposition von Müllwerkern. Es wurden die Möglichkeiten im Bereich der Fahrzeugtechnik sowie die Auswirkungen der Fahrzeugpflege geprüft. Dabei wurde die Exposition der Müllwerker gegenüber Pilzen und Endotoxinen beim realen Arbeitsvorgang sowie unter standardisierten Bedingungen bei unterschiedlichen Fahrzeugtechniken und Reinigungszuständen ermittelt.

Beim Vergleich der Hecklader-Fahrzeuge ergab sich bei der Drehtrommelverdichtung eine höhere Bioaerosolentstehung als bei der Pressplattenverdichtung. Als weitere technische Faktoren wurden die Höhe der Ladekante, die Tiefe der Mulde und die Ausbildung des Einfüllbereichs identifiziert. Der untersuchte Klappdeckelverschluss der Schüttung bewirkte als alleinige Maßnahme im Vergleich zum Vorhang keine erkennbare Verbesserung der Bioaerosolkonzentration. Eine an einem Prototyp untersuchte Stauberfassung mittels Absaugung zeigte dagegen unter bestimmten Randbedingungen einen positiven Effekt, wies aber noch deutlichen Verbesserungsbedarf auf.

Als eine geeignete Schutzmaßnahme unter dem Aspekt der Keimreduzierung bestätigte sich bei Heckladerfahrzeugen eine Automatikschüttung sowie die Steuerung des Ladevorgangs aus der Fahrerkabine, wenn gewährleistet ist, dass Fenster und Dachluken geschlossen sind. Als Grundregel für die Fahrzeughygiene wurde eine regelmäßige Hochdruckreinigung der Schüttung von innen und außen z. B. in 14-tägigem Abstand empfohlen.

Bibliografische Angaben

Titel:  Methoden zur Minderung der Keimfreisetzung bei Schüttvorgängen an Abfallsammelfahrzeugen. 

Verfasst von:  Becker, G.; Lohmeyer, M.; Mathys, W.; Neumann, H.-D.

1. Auflage.  Bremerhaven:  Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH, 2001. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht , Fb 931)

ISBN: 3-89701-773-3, Seiten: 136, Papier

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