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Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch eine Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung - Untersuchung zum Teilnahme- und Teilnehmerverhalten

Die moderne Arbeitswelt stellt hohe Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung zur Verbesserung und Förderung der geistigen Fähigkeiten gerade älterer Beschäftigter gewinnen an Bedeutung. Allerdings zeigt sich im Betriebsalltag, dass Angebote im Unternehmen und die Nachfrage nach diesen schwierig in Einklang zu bringen sind.

Ziel dieser Studie war, eine umfassende Evaluation eines kognitiven Trainings als Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung durchzuführen. Bedingungen, die die Wirksamkeit moderieren und beeinflussen, wurden mit Hilfe der Schlüsselelemente der Prozessevaluation (Umfeld, Rekrutierung, Teilnahmerate, verfügbare Dosis, effektive Dosis, Behandlungstreue, Umsetzung) beschrieben, analysiert und um eine Bedarfsermittlung ergänzt. Zu diesem Zweck wurde ein dreimonatiges PC-gestütztes kognitives Training, das ein großes Unternehmen älteren Mitarbeitern anbot, untersucht. Angelegt als randomisierte kontrollierte Studie wurde die Intervention mit 120 Arbeitnehmer, die älter als 40 Jahre waren und einer repetitiven Tätigkeit nachgingen, durchgeführt. Die Teilnehmer wurden zufällig dem kognitiven Training oder einer Wartekontrollgruppe zugewiesen. Vor und nach dem Training wurden die Teilnehmer mittels etablierter und selbstentwickelter Fragebögen zur Teilnahmemotivation, Konsequenz- und Kompetenzerwartung befragt und um eine Bewertung der Trainingseinheiten gebeten und Messungen der kognitiven Fähigkeiten durchgeführt. Zudem wurden zur Bedarfsermittlung vergleichende Informationen von Nicht-Teilnehmern erhoben.

Es zeigte sich, dass das eingesetzte kognitive Training für einen Teil der Teilnehmer geeignet war, die kognitive Leistungsfähigkeit zu verbessern. Bei anderen war jedoch kein signifikanter Leistungsanstieg zu verzeichnen. Die Ergebnisse der Prozessevaluation zeigten, dass die individuellen Reaktionen im Training und auf das Training wesentliche Faktoren waren, die die Wirksamkeit der Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung beeinflussten. Eine breite Unterstützung im betrieblichen Umfeld und ein deutliches Herausstreichen des Nutzens für den einzeln wirken sich positiv auf die Teilnahmerate aus. Aber auch die Aufrechterhaltung oder Steigerung der Motivation zur aktiven Beteiligung über den Zeitraum der Intervention sind wesentlich. Dies macht deutlich, dass Interventionen situativ angepasst werden müssen, indem die unterschiedlichen Interessenslagen der potentiellen Zielgruppe bereits im Vorfeld ermittelt werden und sowohl für die Offerte einer Maßnahme als auch für die Ausgestaltung der Maßnahme berücksichtigt werden.

Bibliografische Angaben

K. Haas:
Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch eine Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung - Untersuchung zum Teilnahme- und Teilnehmerverhalten. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016. 
ISBN: 978-3-88261-174-8, Seiten 172, Projektnummer: F 2276, Papier, PDF-Datei

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