Studie der BAuA zeigt, welche Faktoren eine nachhaltige Rückkehr an den Arbeitsplatz fördern
- Ausgabe 22/26
- Datum 20. Juli 2026
Dortmund - Nach längerer Krankheit wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren, ist für viele Beschäftigte ein wichtiger Schritt. Mit einer stufenweisen Wiedereingliederung (STWE) soll diese Rückkehr schrittweise ermöglicht und die Arbeitsfähigkeit wieder aufgebaut werden. Daher ist sie ein zentraler Bestandteil des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). In einer Studie hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersucht, wie die STWE in der Praxis von Beteiligten erlebt wird, was ihr Gelingen begünstigt und wo Verbesserungsbedarf besteht. Die Ergebnisse hat die BAuA im Bericht "Die stufenweise Wiedereingliederung (STWE) verbessern: Eine qualitative Studie aus Perspektive der zurückgekehrten Beschäftigten sowie betrieblichen Akteurinnen und Akteure" veröffentlicht.
In der Studie kamen zurückgekehrte Beschäftigte nach dem STWE-Prozess sowie betriebliche Akteurinnen und Akteure (BEM-Beauftragte, Führungskräfte, Personalverantwortliche) zu Wort. Die Ergebnisse zeigen: Alle Beteiligten sehen die stufenweise Wiedereingliederung als zentralen und unverzichtbaren Bestandteil der Rückkehr nach längerer Krankheit. Entscheidend ist jedoch, dass sie sich an den Bedürfnissen, bestehenden Einschränkungen und Ressourcen der zurückkehrenden Beschäftigten orientiert. Inhalte und Steigerungsstufen müssen individuell angepasst und bei Bedarf flexibel verändert werden.
Eine erfolgreiche STWE braucht mehr als einen guten Stufenplan. Beschäftigte sollten dabei unterstützt werden, ihre gesundheitlichen Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren. Zugleich sind die Unterstützung durch Führungskräfte, Teams und Fachpersonen sowie eine gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung und ein gut organisiertes BEM wichtige Erfolgsfaktoren. Die stufenweise Wiedereingliederung sollte nicht als isolierte Einzelmaßnahme verstanden werden, sondern in eine gesundheitsorientierte Betriebskultur und bestehende Strukturen des betrieblichen Gesundheitsmanagements eingebettet sein.
Der baua: Bericht "Die stufenweise Wiedereingliederung (STWE) verbessern: Eine qualitative Studie aus Perspektive der zurückgekehrten Beschäftigten sowie betrieblichen Akteurinnen und Akteure" kann als PDF von der Internetseite der BAuA heruntergeladen werden: www.baua.de/publikationen.
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 750 Beschäftigte.