Benzolexposition und Non-Hodgkin-Lymphome

Gestützt sowohl auf epidemiologische Studien als auch auf tierexperimentelle Studien wurde Benzol von der International Agency for Research on Cancer (IARC) gleichermaßen wie auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Humankanzerogen eingestuft (IARC, 1987; HENSCHLER, 1992; Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1997). Darüber hinaus ist Benzol auch als erbgutverändernder Arbeitsstoff eingestuft worden (Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1997). Die epidemiologische Evidenz beruht in erster Linie auf Studien zum Auftreten von Leukämien, insbesondere der akuten myeloischen Leukämie (AML) (GOLDSTEIN, 1990). Neben Leukämien wurden unter beruflich benzolexponierten Personen aber auch andere bösartige Neubildungen aus dem lymphatischen und haematopoetischen System (LHS) auffällig (vgl. HOLMBERG et allii, 1994; DECOUFLE et al., 1983; RINSKY et al., 1987). Aufgabe der vorliegenden Meta-Analyse ist es daher, anhand der aktuellen epidemiologischen Literatur diesen Verdacht zu überprüfen. Mittels einer Literaturrecherche, die den Zeitraum 1966 bis Dezember 1999 umfasst, wurden insgesamt 29 Kohorten- und 20 Fall-Kontroll-Studien in diese Analyse einbezogen.

Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass die Meta-Analyse nicht für einen Zusammenhang zwischen einer Benzolexposition und einem erhöhten Risiko, an einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken, spricht. Obwohl man einen solchen Zusammenhang auf der Grundlage des vorhandenen Datenmaterials auch nicht völlig ausschließen kann, ist er aus epidemiologischer Sicht eher unwahrscheinlich. Zumindest dürfte Benzol jedoch im Ranking der im Verdacht stehenden, möglicherweise ätiologischen Faktoren keine der vorderen Positionen einnehmen.

Bibliografische Angaben

Titel:  Benzolexposition und Non-Hodgkin-Lymphome. Meta-Analyse epidemiologischer Studien

Verfasst von:  M. Möhner, G. Heuchert

1. Auflage.  Bremerhaven:  Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH, 2000. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Sonderschrift , S 61)

ISBN: 3-89701-527-7, Seiten: 76, Papier

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