Reproduktionsstörungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz

Die internationale wissenschaftliche Literatur über Störungen der Reproduktion bei Umgang mit chemischen Stoffen am Arbeitsplatz wurde gesichtet. Es zeigte sich, dass epidemiologische Untersuchungen zu diesem Themenfeld insbesondere im Hinblick auf folgende Endpunkte durchgeführt wurden: Menstruationsstörungen, Veränderungen von Spermienzahl und -beschaffenheit, Subfertilität (Verlängerung der Time-to-pregnancy), Fehlgeburt, Frühgeburt, Totgeburt, geringes Geburtsgewicht, Fehlbildungen bei Neugeborenen. Als Oberbegriffe für Arbeitsplatzbereiche, auf die sich die Studien beziehen, lassen sich - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - folgende Beispiele aus unterschiedlichsten Regionen der Erde nennen: Batterieherstellung, Chemisch-Reinigungen, Friseurberuf, Gummiindustrie, Holzindustrie, Kunststoffindustrie, Landwirtschaft und Gartenbau, Lederindustrie, medizinische Bereiche (Narkosegase, Laboratorien, Zahnmedizin, Tiermedizin), Maler- bzw. Lackierarbeiten, Metallindustrie, Pharmazeutische Industrie, Pestizidherstellung und -verwendung, Schweißarbeiten, Textilindustrie. Nur zu einem relativ kleinen Anteil haben die Studien zu klaren Erkenntnissen über Ursache-Wirkungszusammenhänge geführt. Zum Teil sind methodische Probleme und vielfältige Störgrößen (Confounder) in Betracht zu ziehen.

In der Europäischen Union (EU) und in Deutschland bestehen recht detaillierte Bewertungssysteme für chemische Stoffe und rechtliche Bestimmungen hinsichtlich des Umgangs mit Gefahrstoffen. Gemäß Einstufung der EU sind bisher fünf Stoffe bzw. Stoffgruppen der entsprechenden Kategorie 1 zugeordnet und gelten damit als erwiesenermaßen reproduktionstoxisch beim Menschen (Bleiverbindungen, 2-Brompropan, 1,2-Dibrom-3-chlorpropan, Kohlenstoffmonoxid, Warfarin). Nach der nationalen TRGS 905 sind zusätzlich einige Steroidhormone sowie "Passivrauchen am Arbeitsplatz" in die Kategorie 1 reproduktionstoxischer Stoffe eingestuft. In die EU-Kategorie 2 für Stoffe, die als reproduktionstoxisch für den Menschen angesehen werden sollten, ist eine erheblich größere Zahl von Stoffen eingestuft. Dabei spielen in der Regel experimentelle Daten eine Rolle. Zählt man die Stoffe der Kategorie 3, der "Verdachtskategorie", hinzu, dann ergibt sich eine Zahl von weit über hundert Stoffen. Die MAK-Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat außerdem ein Bewertungssystem von Schwangerschaftsgruppen eingeführt, in dem eine Aussage zum Risiko einer Fruchtschädigung bei Einhalten der Grenzwerte enthalten ist. Ein Glossar und nützliche Links ergänzen die Schrift.

Bibliografische Angaben

Titel:  Reproduktionsstörungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz. 

Verfasst von:  M. Roller

1. Auflage.  Bremerhaven:  Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH, 2006. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Gefährliche Arbeitsstoffe , GA 66)

ISBN: 3-86509-467-8, Seiten: 116, Projektnummer: F 1925, Papier

vergriffen

Publikationen

Zusammenfassung des Berichtes "Reproduktionsstörungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz"

(PDF, 39 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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