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Elektrounfälle in Deutschland

Unfälle durch Elektrizität am Arbeitsplatz und im privaten Bereich

Im Vergleich zu anderen Unfällen bilden Elektrounfälle quantitativ eine relativ kleine Gruppe. Dennoch sind zum Schutz von Personen, Tieren und Sachwerten umfangreiche Maßnahmen notwendig, da noch immer Todesfälle, schwerwiegende Verletzungen und erhebliche Sachschäden zu beklagen sind.

Die Untersuchung elektrischer Unfälle umfasst Industrie, Gewerbe, Freizeit und Haushalt. Es wurden sowohl Nieder- als auch Hochspannungsunfälle dargestellt, im Wesentlichen mit tödlichem Ausgang, aus dem gewerblich-industriellen Bereich, auch nichttödliche. Die Daten stammen von der Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik (BGFE), von Kriminalbehörden, Gerichtsmedizinischen Instituten, Statistischen Landesämtern und vom Statistischen Bundesamt. Ausgewertet haben die BGFE, die TU Darmstadt und die HTWK Leipzig.

Die Erhebungen reichen von 1926, als man glaubte, sich mit über 400 tödlichen Unfällen/Jahr abfinden zu müssen, bis zum Jahr 2003 (67 Unfälle), so dass ein Vergleich des Sicherheitsniveaus bis zur Gegenwart möglich wird. Die Unfälle im ersten Teil stammen aus Erhebungen im gewerblichen Bereich (BGFE) und behandeln tödliche als auch nichttödliche Unfälle. Der zweite Teil konzentriert sich auf den Privatsektor, aus dem nur Daten über tödliche Unfälle zugänglich sind.

Allen Auswertungen ist gemeinsam, dass in jüngster Zeit die Ursachen für elektrische Unfälle vor allem in Verhaltensfehlern zu sehen sind. Hierzu zählen Fehler beim Handhaben und Bedienen elektrisch betriebener Geräte und Anlagen, unsachgemäße Reparaturen und unterlassene Wartung vorwiegend von beweglichen Leitungen.

Die Erforschung der Unfälle führte zu dem praktisch verwertbaren Ergebnis, dass es Unfalltypen gibt, die gehäuft an bestimmten Orten, an bestimmten Geräten oder bei bestimmten Arbeiten auftreten. Diese Erkenntnisse fanden Eingang in Unfallverhütungsvorschriften und in Normen, wo sie allgemein beachtet werden müssen. So führten sie z. B. dazu, dass in der DIN VDE 0100 Teil 410 die Fehlerstrom-Schutzschaltung für Baderäume in Neubauten zwingend vorgeschrieben wurde. Die international verwendeten Begriffe für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen werden im Anhang dieser Schrift zusammengestellt.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass gegenüber einer Fülle nicht eindeutig zuordenbarer Unfalltypen technische Maßnahmen nicht greifen können, sondern Aufklärung das einzige Präventionsmittel bleibt, womit sich die Schrift auch an diejenigen wendet, deren Metier nicht ausschließlich auf technischem Gebiet liegt.

Bibliografische Angaben

Altmann, S.; Jühling, J.; Kieback, D.; Zürneck, H.:
Elektrounfälle in Deutschland. Unfälle durch Elektrizität am Arbeitsplatz und im privaten Bereich
2. Auflage. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH 2006. 
ISBN: 3-86509-541-0, Seiten 152, Papier

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