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Kognitive Reserve im Erwerbsalter - kognitive Leistungsfähigkeit und psychophysiologische Informationsverarbeitung

Bei altersbedingt abnehmender kognitiver Funktion stellt das steigende Renteneintrittsalter Arbeitgeber und -nehmer vor wachsende Herausforderungen. Der Aufbau der kognitiven Reserve (CR) durch geistig stimulierende Aktivitäten verspricht eine Resilienz gegenüber neuropathologisch bedingten kognitiven Defiziten. In der vorliegenden Arbeit wird die Rolle der CR in Bezug auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die neuronale Informationsverarbeitung gesunder Erwachsener im Berufsalter untersucht. Unter Ableitung des Elektroenzephalogramms bearbeiteten Probanden mittleren und hohen Erwerbsalters (34-45 J. und 46-62 J.) im 2-Jahres-Abstand Aufgaben zu drei Domänen exekutiver Funktionen: Arbeitsgedächtnis (AG), kognitive Flexibilität und Inhibitionskontrolle. Hoch-CR-Probanden wiesen aufgabenübergreifend schnellere Reaktionen und geringere Fehlerraten auf. Reduzierte Leistung ließ sich in der Gering-CR-Gruppe tendenziell bei älteren Probanden und in anspruchsvollen Aufgabenbedingungen beobachten. Nach 2 Jahren zeigten Gering-CR-Ältere eine numerisch abnehmende AG-Kapazität, während Hoch-CR-Ältere ihre hohe Leistung steigern konnten. Die P3-Amplitude variierte in Abhängigkeit von der CR und dem Alter. Hoch-CR-Jüngere wiesen im Vergleich zu Gering-CR-Jüngeren höhere P3-Amplituden auf, während Hoch-CR-Ältere im Gegensatz zu Gering-CR-Älteren kleinere P3-Amplituden generierten. Zudem legten kürzere P3-Latenzen in der Hoch-CR-Gruppe eine schnellere neuronale Verarbeitungsgeschwindigkeit nahe. In der Aufgabe zur kognitiven Flexibilität ließ sich bei Gering-CR-Probanden ein Anterior-Shift der P3 beobachten. Die Untersuchungsergebnisse konnten nach 2 Jahren repliziert werden. Alterungsrelevante Leistungsvariablen und neuronale Informationsverarbeitungsprozesse zeigten sich bereits im Berufsalter sensitiv gegenüber der CR. Das mittlere Erwachsenenalter sollte bei der Erarbeitung und Evaluation CR-basierter Maßnahmen zur Prävention kognitiver Defizite stärker berücksichtigt werden.

Die gesamte Dissertation "Kognitive Reserve im Erwerbsalter - kognitive Leistungsfähigkeit und psychophysiologische Informationsverarbeitung" kann von der Internetseite der Humboldt-Universität zu Berlin heruntergeladen werden.

Bibliografische Angaben

X. Weißbecker-Klaus:
Kognitive Reserve im Erwerbsalter - kognitive Leistungsfähigkeit und psychophysiologische Informationsverarbeitung. 
in: Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät 2019. Seiten 210, Projektnummer: F 2312, DOI: 10.18452/19732

Forschungs­projekte

ProjektnummerF 2312 StatusAbgeschlossenes Projekt Psychophysiologische Untersuchung zu Veränderungen kognitiver Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben unter Beachtung individueller kognitiver Reserven

Zur Projektbeschreibung : Psychophysiologische Untersuchung zu Veränderungen kognitiver Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben unter Beachtung individueller kognitiver Reserven …