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Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit

Unternehmenskonzepte zur Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit (GuS) bei der Arbeit müssen gesundheitliche Beeinträchtigungen vermeiden und das Wohlbefinden der Mitarbeiter als Grundlage für Engagement und - in der Folge - Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit sichern. Dabei stellt sich die Frage, welche Maßnahmen für welches Unternehmen sinnvoll sind und zwar im Sinne der Wirksamkeit der Maßnahmen als auch deren Kosten-Nutzen-Verhältnisse. Maßnahmen für Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten werden in Unternehmen durchgeführt, um gesetzlichen Bestimmungen zu genügen, aus finanziellen Erwägungen heraus und aus moralischen Gründen - und zwar in dieser Reihenfolge. Der Wunsch, mit den Investitionen in Gesundheit und Sicherheit zu den (finanziellen) Unternehmenszielen beizutragen, hat also für Unternehmer und mittelbar auch für die GuS-Verantwortlichen einen hohen Stellenwert. In diesem Zusammenhang werden zwei zentrale Fragen aufgeworfen:

  1. Lassen sich die Zusammenhänge von Investitionen in Gesundheit und Sicherheit und dem wirtschaftlichen Erfolg - etwa gemessen in verbesserter Produktivität oder Produkt- und Servicequalität aufzeigen?
  2. Welche (praktikablen) Konzepte gibt es, die eine Bewertung der GuS-Aktivitäten und eine sinnvolle, langfristige Steuerung in einer Organisation ermöglichen?

Die erste Frage adressiert das Problem des Nachweises kausaler Wirkungen von Gesundheit auf wirtschaftlichen Erfolg und ist auf dem hohen Level Unternehmen als komplexen Organisationen schwierig zu beantworten. Studien, die als "Erfolgsvariable" Absentismus oder die Reduzierung von Behandlungskosten heranziehen, weisen belastbare Befunde für die Wirksamkeit und teilweise auch für die Kosteneffizienz von bestimmten Maßnahmen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung auf. Nur eingeschränkt lässt sich dies auch für Produktivität, Qualität oder gar veröffentlichte Finanzkennzahlen von Unternehmen feststellen. In Reviews zu Produktivitätseffekten von BGF-Maßnahmen oder komplexeren Investitionen in die Humanressourcen (HR) zeigt sich zwar eine einheitliche Tendenz, dass Investitionen in GUS/HR positiv mit dem Unternehmenserfolg zusammenhängen.

Dies führt zur zweiten aufgeworfenen Frage nach Methoden zur kontinuierlichen und systematischen Steuerung von GuS Programmen. Es gibt hier eine Reihe von Konzepten für unterschiedliche Ziel- bzw. Interessengruppen. Aus Perspektive der Unternehmer oder des oberen Managements geht es dabei in erster Linie um die strategische Steuerung von HR oder Gesundheitsprogrammen bzw. um die Frage des Beitrags dieser Programme zur Erreichung der übergeordneten Unternehmensziele (die nicht zwingend nur finanzieller Natur sein müssen). Bereichsmanagern kommt es demgegenüber eher auf die Einbindung der Maßnahmen in die Prozesse der Leistungserstellung an, und das primäre Interesse der untersten Führungsebene gilt der Verhaltenssteuerung, dem Wohlergehen und der Motivation der einzelnen Mitarbeiter und der Erreichung der operativen Ziele in der jeweiligen Organisationseinheit. Methoden für die Evaluation von Einzelmaßnahmen der komplexen Maßnahmenbündel oder zur Bewertung des Humankapitals von Unternehmen sind in der Literatur vielfältig vorhanden. Erfolgversprechend und mit großem Interesse von Seiten der Unternehmen verbunden ist dabei ein Konzept, dass auf dem Prinzip der Balanced-Score-Card (BSC) nach Kaplan und Norton basiert.

Schwerpunkte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) liegen derzeit in der Klärung der Evidenz- wie auch der Konzeptfrage für geeignete Steuerungskonzepte für Unternehmen.