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EG-Lärmrichtlinie 2003/10/EG ins nationale Recht umgesetzt

Neue Regelungen für den Lärm am Arbeitsplatz

Am 8. März 2007 wurde durch Anzeige im Bundesgesetzblatt die EG-Richtlinie 2003/10/EG "Physikalische Agenzien, Lärm" und die EG-Richtlinie zu den Vibrationen 2002/44/EG durch die

Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung

vom 6. März 2007 ins nationale Recht umgesetzt.

Die bisher die Präventionsmaßnahmen zum Lärm am Arbeitsplatz regelnde Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Lärm" (BGV B3) verlor damit gleichzeitig ihre Gültigkeit.

Hauptmerkmale der neuen LärmVibrationsArbSchV sind die Einführung neuer Leitgrößen zur Beschreibung des Lärms am Arbeitsplatz, und zwar des Tageslärmexpositionspegels LEX,8h und des Spitzenschalldruckpegels LpCpeak sowie die Absenkung der Auslösewerte für Präventionsmaßnahmen um 5 dB.

Der Tageslärmexpositionspegel LEX,8h nach ISO 1999 ist mit dem bisher nach BGV B3 verwendeten und in der DIN 45645 Teil 2 definierten Beurteilungspegel LAr vergleichbar, wenn der Impuls- und Tonzuschlag weggelassen wird. Bis zur Verabschiedung einer DIN EN ISO 9612, die zukünftig die Messung des Tageslärmexpositionspegels behandeln wird, kann übergangsweise die DIN 45645 Teil 2 verwendet werden.

Die unteren Auslösewerte liegen bei

LEX,8h = 80 dB(A) und LpCpeak = 135 dB(C)

und die oberen Auslösewerte bei

LEX,8h = 85 dB(A) und LpCpeak = 137 dB(C).

Die in der EG-Richtlinie 2003/10/EG festgelegten Expositionsgrenzwerte werden in der Verordnung nicht verwendet. Stattdessen wird ein maximaler Expositionswert für den Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) bzw. ein maximal zulässiger Spitzenschalldruckpegel von 137 dB(C) unter Berücksichtigung der dämmenden Wirkung des Gehörschutzes festgelegt.

Mit den unteren und oberen Auslösewerten sind verschiedene Maßnahmen verbunden, die durch den Arbeitgeber zu beachten sind. Unabhängig davon gilt das Minimierungsgebot, d.h. dass Lärmbelastungen an den Arbeitsplätzen unter Beachtung des Standes der Technik soweit wie möglich zu reduzieren sind.

Desweiteren gilt:

  • für LEX,8h80 dB(A) oder LpCpeak135 dB(C)

    • sind Beschäftigte über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung zu informieren und hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefährdungen zu unterweisen
  • für LEX,8h > 80 dB(A) oder LpCpeak > 135 dB(C)

    • ist Gehörschutz bereitzustellen,
    • ist Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung anzubieten,
  • für LEX,8h85 dB(A) oder LpCpeak137 dB(C)

    • sind Lärmbereiche zu erfassen, zu kennzeichnen und falls technisch möglich abzugrenzen,
    • ist die Verwendung von Gehörschutz sicher zu stellen,
    • ist eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung "Lärm" (nach G20) der Beschäftigten durchzuführen,
  • für LEX,8h > 85 dB(A) oder LpCpeak > 137 dB(C)

    • ist ein Lärmminderungsprogramm durchzuführen.

Weitere Informationen zur konkreten Umsetzung in der Praxis erhalten Sie über eine Informationsseite der BG Holz und Metall.