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Einstufung und Kennzeichnung

Am 20. Januar 2009 trat die Verordnung (EG) 1272/2008 - auch CLP-Verordnung genannt - in Kraft. Sie regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen ("Regulation on classification, labelling and packaging of substances and mixtures", kurz CLP) und ersetzt die europäische Stoffrichtlinie 67/548/EWG, sowie die Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG ab 2015 vollständig. Die CLP-Verordnung basiert auf der Empfehlung der UN, dem sogenannten "Global Harmonisierten System" (UN-GHS), das auf die Nachhaltigkeitskonferenz von 1992 in Rio de Janeiro zurückgeht. Das UN-GHS bildet ein Kompromiss aus den etablierten Systemen Nordamerikas und der EU. Als Folge weist auch die neue europäische CLP-Verordnung viele Übereinstimmungen mit dem bisherigen System zur Einstufung und Kennzeichnung auf.

Seit dem 1.Dezember 2010 sind Stoffe nach CLP einzustufen und zu kennzeichnen, Stichdatum für Gemische ist der 1. Juni 2015. Es ist aber zulässig und erwünscht, schon vor diesem Zeitpunkt auf die CLP-Verordnung umzustellen. Egal welches Kennzeichnungsrecht innerhalb dieser Übergangsfrist für Gemische gewählt wird, auf dem Etikett darf nur eine Kennzeichnung - entweder nach bisherigem oder nach neuem Recht - erfolgen. Im Sicherheitsdatenblatt muss die Einstufung nach den Richtlinien 67/548/EWG bzw. 1999/45/EG noch bis zum 1. Juni 2015 angegeben werden.

Die CLP-Verordnung legt deutlich mehr Gewicht auf den Experten-gestützten Prozess der Einstufung. Dabei wird die Gefährlichkeit eines Stoffes/Gemisches anhand einschlägiger Kriterien beurteilt und der Stoff/das Gemisch entsprechenden Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien zugeordnet. Während die Gefahrenklassen die Art der Gefahr angeben, dienen die Gefahrenkategorien zur Abstufung innerhalb der Klassen. Mit der neuen Verordnung gelten derzeit in der EU 16 Klassen für physikalische Gefahren, zehn für Gesundheitsgefahren und zwei Klassen für Umweltgefahren. Details dazu finden sich im Anhang I, Teil 2-5 der CLP-Verordnung.

Zusammen mit der Einstufung werden die erforderlichen Kennzeichnungselemente ausgewählt. Dazu gehören:

  • Gefahrenpiktogramme
  • Signalwort ("Gefahr" oder "Achtung")
  • Gefahrenhinweise (H-Sätze)
  • Sicherheitshinweise (P-Sätze)
  • Weitere Angaben, wie Produktname, Lieferant, etc.

Die Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze) lösen die bekannten R- und S-Sätze ab und sind im Wortlaut sehr ähnlich. Das Signalwort ist neu. Wenn das Signalwort "Gefahr" verwendet wird, sollte man das ernst nehmen: "Wo Gefahr drauf steht ist auch Gefahr drin!"

Die markanteste Änderung bei der Etikettierung betrifft die Kennzeichnungssymbole: Nun warnen neun Gefahrenpiktogramme mit schwarzen Symbolen auf weißem Hintergrund in rot-geränderten Rhomben (Anhang V, CLP-Verordnung). Während die meisten der neuen Gefahrenpiktogramme eine Entsprechung zu den bekannten Gefahrensymbolen haben, sind die Piktogramme, die eine Gasflasche, ein Ausrufezeichen und einen Torso zeigen vollkommen neu. Dafür entfällt das alte "Andreaskreuz". Insbesondere der Torso verdient besondere Beachtung. Dieses Piktogramm signalisiert - im Zusammenhang mit dem Signalwort "Gefahr" - sehr schwere Gesundheitsschäden mit verzögertem Verlauf.

Gefahrenpiktogramm GHS04 Gasflasche

(GHS04 Gasflasche)

Gefahrenpiktogramm GHS07 Ausrufezeichen

(GHS07 Ausrufezeichen)

Gefahrenpiktogramm GHS08 Gesundheitsgefahr

(GHS08 Gesundheitsgefahr)

Insgesamt enthält das neue Etikett mehr Informationen als früher und kann dadurch leicht überladen wirken.

Weitere Hilfestellungen und Erläuterungen zur CLP-Verordnung finden Sie über das Menü und die Links auf dieser Seite. Außerdem können Sie Informationsmaterial bestellen, wie zum Beispiel die GHS-Memocard "Gefahrstoffe kompakt", die auf die Bedeutung der neuen Symbole eingeht, sowie Poster zum Global Harmonisierten System (GHS) in der EU.