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Elektromobilität - Abschätzung arbeitswissenschaftlich relevanter Veränderungen

Deckblatt des Berichtes "Elektromobilität - Abschätzung arbeitswissenschaftlich relevanter Veränderungen"

Der Begriff der Elektromobilität bezeichnet die Verwendung von elektrischen Antrieben für den Personen- oder Güterverkehr, worunter reine Elektrofahrzeuge, Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerung und sogenannte Plug-in-Hybridfahrzeuge mit am Stromnetz aufladbarer Batterie verstanden werden. Durch den von der Bundesregierung verabschiedeten "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität", der zum Ziel hat, Deutschland vor allem durch Zulassung von mindestens einer Million Elektrofahrzeugen zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen, hat das Thema an Bedeutung gewonnen. Die aktuellen Schwerpunkte wissenschaftlicher als auch betrieblicher Aktivitäten zeigen deutlich, dass die technischen Eigenschaften von Elektrofahrzeugen und die Schaffung infrastruktureller Voraussetzungen im Fokus stehen. Inwieweit sich die Veränderungen der Antriebstechnologie auf die menschliche Arbeit auswirken, ist mit Ausnahme einzelner Studien empirisch bisher wenig erforscht. In drei Szenarien, die die Entwicklung der Elektromobilität wiedergeben (pessimistisch, neutral, optimistisch) werden die Auswirkungen auf vier exemplarisch ausgewählte Bereiche des Produktlebenszyklus untersucht und anhand einer umfangreichen Literaturrecherche sowie Expertenbefragungen bei Zulieferern, Herstellern, Werkstätten und Verwertern bewertet.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass insbesondere der Umgang mit leistungsstarken Energiespeichern auf Lithium-Basis, d. h. deren Fertigung, Einbau, Lagerung, Entsorgung sowie bestimmte Betriebszustände, Auswirkungen auf den Arbeitsschutz haben können. Diese sind nach bisherigen Erkenntnissen und auch bei bisher angestrebten Zulassungszahlen von Elektromobilen jedoch als gering einzuschätzen. Für weitere Komponenten und den gesamten Produktlebenszyklus besteht außer einem Mehraufwand an Qualifikation lang- bis mittelfristig kein außergewöhnlicher oder spezifischer Handlungsbedarf für den Arbeitsschutz. Die Herausforderungen bestehen vor allem in der Anpassung und konsequenten Umsetzung bestehender Sicherheitsanforderungen für die Produktions- und Werkstattbereiche, die insbesondere mit Gefahren durch höhere Spannungen und zusätzliche Gefahrstoffe (z. B. Lithium) rechnen müssen.

 
H. Enderlein, S. Krause, B. Spanner-Ulmer:
Elektromobilität - Abschätzung arbeitswissenschaftlich relevanter Veränderungen. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012. 86 Seiten, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 1 MB)