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Arbeitsmedizinischer Betreuungsbedarf in Deutschland

Deckblatt des Berichtes "Arbeitsmedizinischer Betreuungsbedarf in Deutschland"

Der Ärztemangel in Deutschland führt auch in der Arbeitsmedizin zu Nachwuchsproblemen. Gleichzeitig nimmt der Bedarf an arbeitsmedizinischen Leistungen zur betriebsärztlichen Betreuung nach dem Arbeitssicherheitsgesetz und darüber hinaus in den Unternehmen aufgrund steigender demografischer und wirtschaftlicher Anforderungen zu. Die Betreuungslücke wird bei der erfolglosen Suche nach einem Betriebsarzt in immer mehr Regionen in Deutschland wahrgenommen.

Der Bericht liefert solide Daten über Nachfrage (Bedarf) und Angebot (Kapazität) arbeitsmedizinischer Betreuung für das Jahr 2011 und prognostiziert die Entwicklung des zukünftigen Bedarfs arbeitsmedizinischer Leistungen bis zum Jahr 2021. Die Ergebnisse waren Grundlage der Fachdiskussion in der Konferenz zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfAMed) am 14. Januar 2013 in Berlin, auf der eine gemeinsame Resolution zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses unterzeichnet wurde.

Wegen der teilweise wenig aussagefähigen Ausgangsdatenlage erfolgten Experten gestützt Datenaufbereitungen und -bereinigungen, Hochrechnungen sowie Abschätzungen, die durch Rückkopplung mit Experten und Plausibilitätsüberprüfungen mehrfach auf ihre Validität überprüft wurden. Bei den Berechnungen zum gegenwärtigen und zukünftigen Bedarf sowie der gegenwärtig verfügbaren und zukünftig erforderlichen Kapazität kamen die Szenario-Technik und Simulationen zum Einsatz.

Die Bilanzierung von Kapazität und Bedarf bestätigte die gegenwärtig wahrgenommene Betreuungslücke (4,7 Mio. Stunden pro Jahr bei den mittleren Szenarien). Bei Stagnation der Neuanerkennungen auf gegenwärtigem Niveau wird diese Betreuungslücke in 10 Jahren um 45 % auf 6,8 Mio. Stunden pro Jahr weiter steigen. Um innerhalb von 10 Jahren die Betreuungslücke schließen zu können, müssten statt der gegenwärtig 200 über 600 Neuanerkennungen von Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde erfolgen.

Um die Betreuungslücke schrittweise zu schließen, sind konzertierte Anstrengungen aller Stakeholder zur Nachwuchssicherung sowie neue Wege kooperativer, effizienter Leistungserbringung erforderlich. Parallel sind Initiativen zur Qualitätssicherung der betriebsärztlichen Betreuung und der begleitenden Forschung geboten.

 
Ch. Barth, W. Hamacher, C. Eickholt:
Arbeitsmedizinischer Betreuungsbedarf in Deutschland. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014. 
ISBN: 978-3-88261-021-5, S. 240, Projektnummer: F 2326, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 4 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
FD100/37