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Lüftungsregeln für freie Lüftung

Deckblatt des Berichtes "Lüftungsregeln für freie Lüftung"

Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurde von der Firma Klimakonzept ein Feldversuch in einem Büro mit Fensterlüftung im Winter durchgeführt. Es sollte geprüft werden, ob die aus Laborversuchen bekannten Grenzen für thermische Behaglichkeit auch in der Praxis bestätigt werden. Daraus sollten Handlungsanweisungen und Regeln für die freie Lüftung abgeleitet werden. Für die Versuche stand ein Büroraum mit einer Grundfläche von 80 m² und einem Volumen von 180 m³ zur Verfügung. Acht Kippfenster wurden so eingestellt, dass sich bei konstanten thermischen Lasten von ca. 10 W/m² oder 30 W/m² und mit konstanter CO2-Quelle von 117 l/h eine konstante CO2-Konzentration im Raum einstellte. Der Volumenstrom und die Kühlleistung der eintretenden Luft sowie die Kippstellung des Fensters wurden ermittelt und mit anderen Ergebnissen der veröffentlichten Fachliteratur verglichen. Temperatur und Luftgeschwindigkeit wurden an kritischen Stellen für die Behaglichkeit gemessen. Neben der Dauerlüftung wurden auch zwei Messungen zur Stoßlüftung durchgeführt.

Ergebnis: Aus Behaglichkeitsgründen sollten in Büros Kippfenster mit stufenlos variablen, fest einstellbaren Kippweiten verwendet werden. Die Grenze der thermischen Behaglichkeit wird erreicht, wenn die thermische Last bei Raumtiefen von 5 m 30 W/m² überschreitet und auch, wenn die Außentemperatur niedriger als 6°C ist. Für die Volumenströme können die erforderlichen Kippweiten abhängig von der Außentemperatur und der Fensterhöhe näherungsweise angegeben werden. Die Ergebnisse stimmen mit denen früherer Laboruntersuchungen gut überein.

Für den Fall, dass die Grenzwerte überschritten werden, sollte dennoch reduziert Fensterlüftung bis zur Behaglichkeitsgrenze und zusätzlich Stoßlüftung oder besser maschinelle Lüftung angewendet werden. Zur überschlägigen Berechnung der Kippweiten und der Öffnungs- und Schließzeiten werden Angaben gemacht. Energetisch ist die Stoßlüftung häufig, aber nicht in jedem Fall günstiger als die Dauerlüftung.

 
K. Fitzner, U. Finke:
Lüftungsregeln für freie Lüftung. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012. 
ISBN: 978-3-88261-105-2, 88 Seiten, Projektnummer: F 2072, Papier, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 4 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
KF/50