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Untersuchung des Eigenschutzes der Haut gegen solare UV-Strahlung bei Arbeitnehmern im Freien


Deckblatt des Berichtes "Untersuchung des Eigenschutzes der Haut gegen solare UV-Strahlung bei Arbeitnehmern im Freien"

Epidemiologische Studien belegen einen Zusammenhang von lebenslang kumulierten, aber auch intermittierend hohen UV-Expositionen mit dem Hautkrebsrisiko. Im BAuA-Forschungsprojekt F 1777 "Personenbezogene Messung der UV-Exposition von Arbeitnehmern im Freien" konnte das jährlich erhöhte UV-Expositionsniveau für Berufsgruppen im Freien Beschäftigter gegenüber Innenbeschäftigten mittels UV-Personenmonitoring quantifiziert werden. Es war zwar bekannt, dass die Haut in einem gewissen Umfang einen natürlichen Eigenschutz gegen UV-Strahlung aufzubauen vermag. Ob das Ausmaß dieser UV-Eigenschutzreaktion ausreichend ist, um in Schutzkonzepten für solar UV-exponierte Arbeitsplätze berücksichtigt werden zu können, war jedoch nicht bekannt. Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes war es, den Gesamteigenschutz (bezüglich des UV-Erythems) und dessen Komponenten Melaninpigmentierung und Lichtschwielereaktion zu quantifizieren.

Im Teil A des Projektes wurde im jahreszeitlichen Verlauf die Eigenschutzreaktion der Haut auf solare UV-Strahlung bei Außenbeschäftigten (Gruppe 1: Gärtner, Bauarbeiter; n = 12) bzw. auf solarsimulierte UV-Strahlung bei Innenbeschäftigten (Gruppe 2: n = 12) untersucht. Die an lichtungewöhnter Rückenhaut applizierte solarsimulierte Strahlung entsprach im jahreszeitlichen Verlauf mittleren UV-Gesichtsdosen von Außenbeschäftigten. Zeitgleich zu Gruppe 2 wurde eine Gruppe 3 (Gärtner, Bauarbeiter; n = 12) einbezogen, um die Ergebnisse aus Gruppe 1 und 2 zu Pigmentierungsgrad und Lichtschwielereaktion zu bestätigen.
Übereinstimmend bestätigte sich ein UV-Eigenschutzfaktor ≤ 2 durch die Tätigkeit der Außenbeschäftigten im Sommerhalbjahr im Freien. Der Sommerurlaub mit höheren individuellen Sonnenexpositionen führte zu vergleichbaren bis stärkeren UV-Eigenschutzreaktionen.

Im Teil B wurde die Eigenschutzreaktion nach einmaliger (Gruppe A) bzw. nach fünf seriellen, sub-erythematösen UV-Expositionen von je 1,8 SED über einen Zeitraum von 8 Wochen untersucht. Während die Einzelexposition keinen nachhaltigen Effekt zeigte, führten die fünf seriellen UV-Expositionen zu einer über 8 Wochen beständigen Eigenschutzerhöhung um 20 %. Mittlere solare Tagesexpositionen im Freien Beschäftigter liegen im Gesichtsbereich im Mittel im Sommer bei 1 SED pro Tag. Für die Lichtschwielereaktion konnte eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ermittelt werden. Signifikante Epidermisverdickung setzen erst bei individuell ≈ 1,0 MED (ähnlich wie bei der Melaninphotosynthese) - also deutlich oberhalb von 1 SED ein. Das erklärt die fehlende UV-Eigenschutzreaktion bei den untersuchten Außenbeschäftigten.

Fazit dieses Projektes ist, dass für Außenbeschäftigte die UV-Eigenschutzreaktion der Haut nicht als Komponente zum vorbeugenden Gesundheitsschutz an solarexponierten Arbeitplätzen herangezogen werden darf. Neben organisatorischen Maßnahmen zur UV-Expositionsreduktion an diesen Arbeitsplätzen sind Komponenten für den Haut- und Augenschutz unumgänglich. Diese müssen auf ihre Effizienz geprüft werden.

 
P. Knuschke, I. Unverricht, R. Aschoff, M. Cuevas, M. Janßen, E. Koch, A. Krüger, G. Ott, A. Thiele:
Untersuchung des Eigenschutzes der Haut gegen solare UV-Strahlung bei Arbeitnehmern im Freien. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2010. 
ISBN: 978-3-88261-121-2, 221 Seiten, Projektnummer: F 1986, Papier, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 5 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
FM/29