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Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit


Deckblatt der Broschüre "Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit"

Neben Arbeitszeitformen wie der Gleitzeit, Teilzeitarbeit, Telearbeit stellt insbesondere die Organisation der Arbeit in Schichtdienst unter gesundheitlichen und sozialen Aspekten besondere Gestaltungsanforderungen. Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen ist seit langem bekannt, daß diese Arbeitszeitform für die Beschäftigten ein gesundheitliches Risiko darstellt. Aus eben diesen Gründen wurden vom Gesetzgeber für die Gestaltung und Flankierung der Nacht- und Schichtarbeit besondere Bestimmungen erlassen, die im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) geregelt sind. Von besonderem Interesse ist dabei der § 6 Abs. 1 des ArbZG in dem gefordert wird, die Nacht- und Schichtarbeit nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten. Ausgehend von den vorliegenden arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen lassen sich folgende Handlungsempfehlungen formulieren:

Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Nachtschichten sollte möglichst gering sein. Nach einer Nachtschichtphase sollte eine möglichst lange Ruhephase folgen. Sie sollte auf keinen Fall weniger als 24 Stunden betragen. Geblockte Wochenendfreizeiten sind besser als einzelne freie Tage am Wochenende. Schichtarbeiter sollten möglichst mehr freie Tage im Jahr haben als Tagarbeiter. Ungünstige Schichtfolgen sollten vermieden werden, d. h. immer vorwärts rotieren. Die Frühschicht sollte nicht zu früh beginnen. Die Nachtschicht sollte möglichst früh enden. Zugunsten individueller Vorlieben sollte auf starre Anfangszeiten verzichtet werden. Die Massierung von Arbeitstagen oder Arbeitszeiten auf einen Tag sollte begrenzt werden. Schichtpläne sollen vorhersagbar und überschaubar sein.

Diese Empfehlungen sind zum Teil nicht gleichzeitig zu erfüllen, das bedeutet, daß eine "Bewertungsbilanz" zwischen den Einzelkriterien vorgenommen werden muß. Es ist nicht eindeutig zu entscheiden, welche Rangreihe innerhalb der Kriterien besteht. Grundsätzlich muß aber verlangt werden, daß spezifische Aspekte zur Verringerung des gesundheitlichen Risikos notwendigerweise Vorrang haben müssen. Die Massierung von Arbeitsbelastung unter Berücksichtigung der Arbeitszeit sollte vermieden werden. Die Ruhezeiten zwischen den Schichten sollten so lang sein, daß sie eine effektive Erholung ermöglichen. Um Schlafdefizite zu vermeiden, sollten nicht zu viele Nachtschichten aufeinander folgen.

 
Beermann, B.:
Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit. 
9. Auflage. 2005. 
(Quartbroschüre: Allgemein)

ISBN: 3-88261-440-4, S. 52, Papier
Link zum Volltext (PDF-Datei, 2 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/GD/7(9); DM19/GD/7(9); D122/GD/7(9)

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