START: START-Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsbelastungen
- Autor(en):
- SATZER, GERAY
- Gestaltungsbezug:
- Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
- Analysetiefe:
- Orientierendes Verfahren
- Jahr:
- 2006
- Quintessenz:
- Das Verfahren zur ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung psychischer Belastungen wurde im Rahmen einer großangelegten betrieblichen Gesundheitskampagne in der Metallindustrie bzw. in einem begleitenden sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekt in enger Zusammenarbeit mit betrieblichen Praktikern entwickelt. Letztere hatten den ausdrücklichen Anspruch, ein Verfahren nutzen zu wollen, dass einen betrieblichen Zuschnitt erlaubt - unter anderem indem ein Fragebogen eingesetzt wird, der auf betriebliche Besonderheiten zugeschnitten werden kann. Das Verfahren wurde in zahlreichen Betrieben praktisch erprobt.
Zentrale Merkmale des Verfahrens:
- Ausrichtung am ArbSchG, Normen / Arbeitswissenschaft
- Einsatz eines einfach konstruierten, nicht standardisierten Fragebogens mit zusätzlichen offenen Antwortmöglichkeiten
- Statistische Auswertungsstrategie mit nachvollziehbarer Logik
- ergänzende Fremdbeurteilung der Arbeitsplätze (u. a. Betriebsbegehung, Einsatz praxisnaher Checklisten)
- Maßnahmenableitung: nachvollziehbarer IST-SOLL-Vergleich
- Steuerung: betriebliches Gefährdungsbeurteilungs-Team
- pragmatische, veränderungsoffene Strategie: Beginn in Pilotbereichen/ggf. punktuell durch Feinanalyse zu ergänzen
- Einbeziehung und Beteiligung der Beschäftigten von der Planung bis zur Ableitung und Umsetzung von Maßnahmen. - Ziel(e):
- Gefährdungsbeurteilung
- Methode(n) der Datengewinnung:
- schriftliche Befragung, Beobachtung
- Merkmalbereich(e):
Tätigkeitsmerkmale
- Tätigkeitsklasse(n):
- universell
- Branche(n):
- universell
- Items:
40
- Durchführungszeit(en):
- 30 Minuten (Fragebogen)
- theoretische Fundierung:
Das Verfahren richtet sich aus am aktuellen Stand arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse, wie er sich insbesondere in der DIN EN ISO 10075 bzw. in den Definitionen und Gestaltungshinweisen zu psychischen Belastungen bzw. Fehlbelastungen und in den Regelungen des Arbeitsschutzgesetzes ausdrückt. Verfahren und eingesetzte Instrumente basieren in diesem Zusammenhang auf den arbeitswissenschaftlich fundierten Kriterien menschengerechter Arbeitsgestaltung, wie sie unter anderem in der ISO-Norm 9241-2 festgehalten wurden.
- Gütekriterien:
- nicht vorhanden (Anmerkung: Das Verfahren stellt sich ausdrücklich den Anforderungen betrieblicher Praxis und dem Anspruch, mit angemessenem Aufwand einen entsprechenden betrieblichen Nutzen zu erzielen. Die Umsetzungserfahrungen aus über 50 Betrieben zeigen, dass ein qualifizierter Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung mit dem Verfahren möglich ist und psychische Fehlbelastungen reduziert oder vermieden werden können.)
- Art:
Einzelverfahren
- Ansprechpartner:
-
Dipl. Psychologe Rolf Satzer
E-Mail: rolf.satzer@t-online.de
Homepage: www.rolf-satzer-fbu.net
Dr. Max Geray
Homepage: www.buero-fuer-arbeitsschutz.de
Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie
- Zugang:
Veröffentlichung: Rolf Satzer unter Mitarbeit von Max Geray, Stress - Psyche - Gesundheit/Das START-Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung von
Arbeitsbelastungen, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-7663-3683-5
2. Auflage in Vorbereitung
Foliensätze zum Verfahren: www.bw.igm.de/news/meldung.html?id=5342- Beispiel-Items:
5. Tritt Zeitdruck auf durch:
5.1 Produktionszahlen (Vorgaben)
5.2 Störungen an Anlagen, Maschinen, PC oder durch Programmabstürze/-fehler
5.3 Organisation, Arbeitsabläufe
5.4 Zu knapp vorgegebene Termine
5.5 Zu knappe Personalbemessung (Personalengpässe)?7. Arbeitseinteilung:
7.1 Können Sie Ihre Arbeitsaufgaben selbst einteilen
7.2 Ist Ihre Arbeit abwechslungsreich (keine eintönige Arbeit)
7.3 Können Sie das Arbeitstempo selbst bestimmen?- Kosten:
- keine
- Stichwörter:
- Psychische Fehlbelastungen, Gefährdungsbeurteilung, Stress, Stressoren, Überforderung, Zeitdruck, Betriebsklima, Qualifizierung, Arbeitsorganisation
