ISTA: Instrument zur Stressbezogenen Arbeitsanalyse, Version 6.0
- Autor(en):
- SEMMER, ZAPF, DUNCKEL
- Gestaltungsbezug:
- Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
- Analysetiefe:
- Expertenverfahren
- Jahr:
- 1998
- Quintessenz:
- ISTA ist ein bedingungsbezogenes Stressanalyseinstrument zur Erfassung arbeitsplatzbezogener Stressoren, Ressourcen und Anforderungen. Sein Einsatz ist vor allem als Screening-Instrument im Arbeitsgestaltungsprozess indiziert, da es die Analyse von Belastungsschwerpunkten am Arbeitsplatz ermöglicht. Vor dem theoretischen Hintergrund der Handlungstheorie (HACKER, 1998) werden Regulationsprobleme, Regulationsmöglichkeiten und Regulationsanforderungen im Arbeitsprozess erfasst, mit dem Ziel, deren förderliche bzw. hinderliche Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit festzustellen. Mit Hilfe von ISTA können Schwerpunkte notwendiger Arbeitsgestaltung abgeleitet, deren Folgen abgeschätzt und verschiedene Arbeitstätigkeiten miteinander verglichen werden. Das Instrument ist weniger für die Ermittlung von Qualifikationserfordernissen geeignet. ISTA existiert als Fragebogenversion für Arbeitsplatzinhaber und als Beobachtungsversion für Expertenratings. Außerdem enthält es tätigkeitsspezifische Module (z. B. für Bürotätigkeiten).
- Ziel(e):
- stressbezogene Arbeitsanalyse
- Methode(n) der Datengewinnung:
- schriftliche Befragung, Beobachtung
- Merkmalbereich(e):
psychische Arbeitsanforderungen, Ressourcen und Belastungen
- Tätigkeitsklasse(n):
- körperlich, geistig
- Branche(n):
- Industrie, Büro und Verwaltung, Dienstleistungsbranche
- Items:
unterschiedlich: abhängig vom ausgewählten Modul
- Durchführungszeit(en):
- Je nach Arbeitsplatz / Tätigkeit unterschiedlich: Anwendungsdauer: Fragebogen: ca. 30-90 Min., Beobachtung ca. 120 Min., Interview ca. 30 Min.; Auswertungsdauer: pro Arbeitsplatz: ca. 240 Min.
- theoretische Fundierung:
Handlungstheorie (HACKER, 1998); transaktionales Stressmodell (LAZARUS, 1999; LAZARUS & FOLKMANN, 1984)
- Gütekriterien:
- Reliabilität und Validität vorhanden
- Art:
Einzelverfahren (modularer Aufbau)
- Ansprechpartner:
-
Prof. Dr. Dieter Zapf
E-Mail: d.zapf@psych.uni-frankfurt.de
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Psychologie
Mertonstraße 17
60054 Frankfurt/Main
- Zugang:
Dunckel, H; Semmer, N. (1987): Stressbezogene Arbeitsanalyse. Ein Instrument zur Abschätzung von Belastungsschwerpunkten in Industriebetrieben. In Kh. Sonntag (Hrsg.), Arbeitsanalyse und Technikentwicklung (S. 163-177). Köln: Wirtschaftsverlag Bachem.
Semmer, N. (1984). Stressbezogene Tätigkeitsanalyse. Weinheim und Basel: Beltz.
Semmer, N. K., Zapf, D. & Dunckel, H. (1999). Instrument zur Stressbezogenen Tätigkeitsanalyse ISTA. In H. Dunckel (Hrsg.), Handbuch psychologischer Arbeitsanalyseverfahren (S. 179-204). Zürich: vdf Hochschulverlag.
Semmer, N. K., Zapf, D., & Dunckel, H. (1995). Assessing stress at work: A framework and an instrument. In O. Svane & C. Johansen (Eds.), Work and health - scientific basis of progress in the working environment (pp. 105-113). Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities.
Zapf, D. (1991): Stressbezogene Arbeitsanalyse bei der Arbeit mit unterschiedlichen Bürosoftwaresystemen. Zeitschrift für Arbeits- & Organisationspsychologie, 35, 2-14.
- Beispiel-Items:
Handlungsspielraum:
HS4: Können Sie selbst bestimmen, auf welche Art und Weise Sie Ihre Arbeit erledigen?Partizipation:
PA3: Wieviel Einfluss haben Sie auf die Pausengestaltung?Arbeitsunterbrechungen:
AUB4: Kommt es vor, dass Sie aktuelle Arbeiten unterbrechen müssen, weil etwas Wichtiges dazwischen kommt?Kooperationsenge:
KOP7: Wie stark sind Ihre Kollegen/innen von Ihrem Arbeitstempo abhängig?Meist fünfstufiges Antwortformat zur Einschätzung der Häufigkeit oder Intensität der Ausprägung eines Merkmals
- Kosten:
- Materialien und Schulungskosten
- Stichwörter:
- Arbeitsgestaltung, Belastungen, Gefährdungen, Gesundheit, Handlungsspielraum, Kommunikation, psychische Belastungen, Regulationsanforderungen, Regulationsprobleme, Ressourcen, Stress, Stressoren, Tätigkeitsspielraum, Überforderung, widersprüchliche Arbeitsanforderungen, Wohlbefinden, Zeitdruck
