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Arbeits- und Entwärmungsphasen in wärmebelasteten Arbeitsbereichen


Wärmebelastete Arbeiten sind in vielen Industrie- aber auch Dienstleistungsbereichen vorzufinden. Dabei handelt es sich häufig um Expositionen, die zwar nur zeitweise erforderlich sind, dann jedoch deutliche klimatische Belastungen aufweisen, als Beispiel seien hier Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an heißen Anlagen und Aggregaten genannt. Die zeitliche Gestaltung der Arbeitsphasen und eine ausreichende Dimensionierung von Entwärmungsphasen bildet hier eine Maßnahme, um den Schutz der Gesundheit zu gewährleisten. Aufbauend auf einem Diskussionsvorschlag von Pangert et al. (2003) wurden hierzu in einem ersten Schritt orientierende physiologische Laboruntersuchungen an Stützstellen durchgeführt, die in ihrem Ergebnis eine gute Übereinstimmung mit den dortigen Empfehlungen zeigten. Dabei wurde jeweils ein Bezugszeitraum von einer Stunde zugrunde gelegt, der in Arbeits- und Entwärmungsphasen unterteilt wurde. Mit Blick auf die Vielzahl der zu berücksichtigenden Parameter - neben den Klimaparametern insbesondere die Arbeitsschwere, die Bekleidung und auch die Zykluszeit -, die im Rahmen physiologischer Untersuchungen naturgemäß nur unvollständig abgedeckt werden können, wurde in einem nächsten Schritt die Anwendung des Predicted-Heat-Strain (PHS)-Modells (vgl. DIN EN ISO 7933) untersucht. Dieses erlaubt die Modellierung der für die Beurteilung der Wärmebelastung wesentlichen Beanspruchungsgrößen Körperkerntemperatur und Schweißproduktion auf der Grundlage der o.a. Einflussgrößen und kann als "Stand der Technik" bei der Prognose physiologischer Beanspruchungsgrößen unter Wärmebelastung betrachtet werden. Insbesondere lassen sich auch Vorgangsfolgen - also auch Wechsel zwischen Arbeits- und Entwärmungsphasen - über das Modell beschreiben und prognostizierte Zeitverläufe der Beanspruchungsgrößen ermitteln.

Es werden Hinweise zum praxisgerechten Einsatz des Modells bei der Gestaltung von Entwärmungsphasen bei Hitzearbeit gegeben. Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen sowie der Diskussionsvorschlag fanden dabei im Sinne von Stützstellen Berücksichtigung. Im Ergebnis konnte dabei die grundsätzliche Eignung des Modells aufgezeigt werden, wodurch die genannten Einflussparameter in detaillierterer Form bei der Gestaltung von Entwärmungsphasen berücksichtigt werden können.

 
Hj. Gebhardt, B. Kampmann, B. H. Müller:
Arbeits- und Entwärmungsphasen in wärmebelasteten Arbeitsbereichen. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2007. 
ISBN: 978-3-88261-056-7, S. 52, Projektnummer: F 1860, Papier, PDF-Datei
Link zur Zusammenfassung (PDF-Datei, 317 KB)
Link zum Volltext (PDF-Datei, 1 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/KF/21, DM19/KF/21, D122/KF/21