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Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen bei manuellen Arbeitsprozessen (LV 57)

Mit dieser Methode soll die Wahrscheinlichkeit einer physischen Über- oder Fehlbeanspruchung bei manuellen Arbeitsprozessen im Bereich der oberen Extremitäten bewertet werden. Sie dient der Beurteilung von Tätigkeiten mit überwiegender Belastung des Finger-Hand-Arm-Bereichs bei manuellen Arbeiten.

Nutzungshinweise

  1. Vollständigkeit
    Die Handlungshilfen stellen Muster-Gefährdungsbeurteilungen dar. In den Handlungshilfen sind die häufig anzutreffenden Gefährdungen und eventuell möglichen Maßnahmen genannt. Grundsätzlich kann keine Vollständigkeit vorausgesetzt werden. Die Gefährdungsbeurteilung muss immer um betriebsspezifische Aspekte ergänzt werden. Das heißt, die in der Datenbank angebotenen Handlungshilfen sind als unterstützende, nicht aber die Gefährdungsbeurteilung ersetzende Instrumente, anzusehen.
  2. Vor-Ort-Betrachtung
    Die Handlungshilfen können die Vor-Ort-Betrachtung im Unternehmen nicht ersetzen, da die hier beispielhaft betrachteten Betriebszustände betriebliche Besonderheiten nicht oder nur zum Teil berücksichtigen können. Es ist daher immer zu prüfen, ob die Aussagen auf die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten übertragen werden können und ob gegebenenfalls zusätzliche Gefährdungen relevant sind. Sollten zusätzliche Gefährdungen vorhanden sein, so sind die Handlungshilfen entsprechend zu ergänzen.
  3. Risikobewertung
    Die Risikobewertung führt der Arbeitgeber beziehungsweise die für die Gefährdungsbeurteilung verantwortliche Person durch. In den Handlungsanleitungen sind nur Muster-Vorschläge genannt. Auch bei der Risikobewertung sind immer die betrieblichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
  4. Handlungsbedarf
    Der Handlungsbedarf wird durch das im Unternehmen akzeptierte Risiko bestimmt. Dieses legt in erster Linie der Arbeitgeber beziehungsweise die verantwortliche Person fest. Dabei sind Gesetze, Verordnungen und Vorschriften einzuhalten.
  5. Dynamischer Prozess
    Arbeitsschutz im Betrieb unterliegt als dynamischer Prozess einem ständigen Wandel. Daher ist auch die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren. Sie ist spätestens anzupassen, wenn sich die betrieblichen Gegebenheiten, Erkenntnisse, Technologien, Stand der Technik usw. ändern.
  6. Dokumentation
    Eine bestimmte Form der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung ist nicht vorgeschrieben. Entsprechend dem Arbeitsschutzgesetz muss die Dokumentation mindesten die folgenden Punkte enthalten:

    • Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG,
    • festgelegte Maßnahmen des Arbeitsschutzes (§ 3 Abs. 1 ArbSchG),
    • Ergebnis der Überprüfung der Wirksamkeit der Arbeitsschutzmaßnahmen (§ 3 Abs. 1 Satz 2 ArbSchG)

Die vorliegenden Handlungshilfen können in angepasster Form als Dokumentation genutzt werden.

Mit der LV 57 wird die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Oktober 2011 veröffentlichte Leitmerkmalmethode für "Manuelle Arbeitsprozesse" als LASI-Veröffentlichung herausgegeben. Damit steht den Aufsichtsbeamtinnen und -beamten der Arbeitsschutzbehörden der Länder eine weitere Handlungsanleitung zur Umsetzung des § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) "Beurteilung der Arbeitsbedingungen" zur Verfügung. Sie ist neben der LV 9 "Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen beim Heben und Tragen von Lasten" und der LV 29 "Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen beim Ziehen und Schieben von Laste" nunmehr die dritte LV zur Umsetzung einer Leitmerkmalmethode.

Wie bei der "LMM zur Beurteilung von Heben, Halten, Tragen" und der "LMM zur Beurteilung von Ziehen, Schieben" ist auch bei dieser Leitmerkmalmethode die Durchführung ohne ergonomische Spezialkenntnisse und ohne aufwendige Berechnungen möglich. Alleinige Voraussetzung für die Anwendung ist ein sehr guter Kenntnisstand über die zu beurteilende Tätigkeit.

Geltungsbereich

Manuelle Arbeitsprozesse sind durch überwiegende Belastungen des Hand-Arm-Schulter-Systems gekennzeichnet. Sie sind fast immer eine Abfolge von unterschiedlichen Handlungen. Dabei sind repetitive Handgriffe ebenso möglich wie statische Hand-Arm-Haltungen und weite Armbewegungen.

Häufige Wiederholungen gleicher oder ähnlicher Handgriffe sind typische Merkmale dieser Tätigkeiten. Sie sind oft mit Anforderungen an die Geschicklichkeit und das Erkennen von kleinen Details verbunden. Die Arbeitsausführung erfolgt meist im Sitzen oder im Stehen mit geringen Rumpf- und Beinbewegungen. Gelegentliches Laufen, Bücken oder Arbeiten über Kopf ist möglich.

Maßgebliche Handlungen bei der Ausführung manueller Arbeiten sind Hinlangen, Greifen, Bringen, Fügen, Loslassen, Drücken, Drehen, Trennen, Blicken, Bewegen, jeweils in unterschiedlicher Ausprägung hinsichtlich Kraft, Entfernung, Häufigkeit und Genauigkeit.

Grundsätzlich können manuelle Arbeitsprozesse in vier Kategorien eingeteilt werden:

  • Kategorie A "Präzisionsarbeit mit hohen Sehanforderungen":
    z. B. Goldschmiedearbeiten, Uhren- und Uhrwerkmontage, Kleingeräteherstellung, Arbeiten an Mikroskopen, Kieferorthopädie, Zahntechnik
  • Kategorie B "Feinmotorische Arbeit mit hohen Sehanforderungen":
    z. B. Feinstnäharbeiten, Montage von Anzeige- und Sensortechnik, Montage elektrischer Kleingeräte und elektronischer Steckverbindungen
  • Kategorie C "Arbeit mit mittlerem Kraftaufwand und normalen Sehanforderungen":
    z. B. Konfektionsnäherei, Armaturenbau, Bau von Haushaltgeräten, Montage von Handbohrmaschinen, Verpacken von Lebensmitteln, Kabelbaumfertigung, Arbeit an Sortierbändern, Herstellung von Backwaren
  • Kategorie D "Arbeit mit erhöhtem Kraftaufwand und normalen Sehanforderungen":
    z. B. Polstern, Sattlern, Verschraubungen mit hohen Drehmomenten, Kabelbaumverbau, Getriebemontage, Fleischzerlegung und Möbelbau

Die genannten Kategorien sind jeweils durch typische Anforderungs-/Belastungs-Muster gekennzeichnet.

Es ist zu beachten, dass die vorliegende Handlungsanleitung nicht bei

  • Tätigkeiten der manuellen Lastenhandhabung (Transport von Lasten mit Gewichten über 5 kg, siehe hierzu LV 9 bzw. LV 29),
  • Tätigkeiten mit hohen energetischen Anforderungen durch Ganzkörperarbeit und hohen Aktionskraftaufwand (z. B. Steigen, Klettern, Maschinenmontage),
  • Tätigkeiten mit lang anhaltenden erzwungenen Körperhaltungen (z. B. Knien, Bücken, Liegen)

angewendet werden kann.

Weiter zur Handlungshilfe

Anbieter: LASI

Gültigkeitsmerkmale

Gefährdungsart

  • Bewegte Transportmittel, bewegte Arbeitsmittel
  • Unzureichende Bewegungsfläche am Arbeitsplatz, ungünstige Anordnung des Arbeitsplatzes, unzureichende Pausen-, Sanitärräume
  • Manuelle Arbeit (mit geringen Körperkräften)
  • Ungenügend gestaltete Arbeitsorganisation (z. B. Arbeiten unter hohem Zeitdruck, wechselnde und /oder lange Arbeitszeiten, häufige Nachtarbeit, kein durchdachter Arbeitsablauf)

Branche

  • (0) Branchenübergreifend

Tätigkeit / Arbeitsplatz

  • Manuelle Arbeitsprozesse
  • Beurteilungsverfahren nach der Leitmerkmalmethode
  • Bewertung der Tätigkeiten
Bearbeitungsdatum 28.05.2013

Zur Handlungshilfe

Handbuch/Leitfaden Verfügbar als... Druckschrift, Download Verfügbar in... deutsch

Handlungshilfe enthält...

  • Kriterium vorhanden Ermitteln
  • Kriterium vorhanden Bewerten
  • Kriterium vorhanden Festlegen von Maßnahmen
  • Kriterium nicht vorhanden Überpruefen der Wirksamkeit
  • Kriterium nicht vorhanden Hilfsmittel zur Dokumentation