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Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen beim Ziehen und Schieben von Lasten (LV 29)

Beim "Ziehen und Schieben" von Lasten wird das Muskel-Skelett-System des Arbeitnehmers insbesondere in den beiden Körperbereichen Hand-Arm-Schulter und Lendenwirbelsäule belastet. Die kurzzeitige Aufwendung von sehr hohen Kräften beim ruckartigen und einseitigen Ziehen kann zu akuten Verletzungen von Muskeln, Sehnen und Knochen führen. Die Beurteilung der Tätigkeiten beim Ziehen und Schieben wird in der Handlungsanleitung in der Leitmerkmalmethode dargestellt. Mit dem Beurteilungsverfahren wird dem Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben, Umgestaltungserfordernisse zu ermitteln und Gestaltungslösungen zur Optimierung der Arbeitsbedingungen zu erarbeiten.

Nutzungshinweise

  1. Vollständigkeit
    Die Handlungshilfen stellen Muster-Gefährdungsbeurteilungen dar. In den Handlungshilfen sind die häufig anzutreffenden Gefährdungen und eventuell möglichen Maßnahmen genannt. Grundsätzlich kann keine Vollständigkeit vorausgesetzt werden. Die Gefährdungsbeurteilung muss immer um betriebsspezifische Aspekte ergänzt werden. Das heißt, die in der Datenbank angebotenen Handlungshilfen sind als unterstützende, nicht aber die Gefährdungsbeurteilung ersetzende Instrumente, anzusehen.
  2. Vor-Ort-Betrachtung
    Die Handlungshilfen können die Vor-Ort-Betrachtung im Unternehmen nicht ersetzen, da die hier beispielhaft betrachteten Betriebszustände betriebliche Besonderheiten nicht oder nur zum Teil berücksichtigen können. Es ist daher immer zu prüfen, ob die Aussagen auf die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten übertragen werden können und ob gegebenenfalls zusätzliche Gefährdungen relevant sind. Sollten zusätzliche Gefährdungen vorhanden sein, so sind die Handlungshilfen entsprechend zu ergänzen.
  3. Risikobewertung
    Die Risikobewertung führt der Arbeitgeber beziehungsweise die für die Gefährdungsbeurteilung verantwortliche Person durch. In den Handlungsanleitungen sind nur Muster-Vorschläge genannt. Auch bei der Risikobewertung sind immer die betrieblichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
  4. Handlungsbedarf
    Der Handlungsbedarf wird durch das im Unternehmen akzeptierte Risiko bestimmt. Dieses legt in erster Linie der Arbeitgeber beziehungsweise die verantwortliche Person fest. Dabei sind Gesetze, Verordnungen und Vorschriften einzuhalten.
  5. Dynamischer Prozess
    Arbeitsschutz im Betrieb unterliegt als dynamischer Prozess einem ständigen Wandel. Daher ist auch die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren. Sie ist spätestens anzupassen, wenn sich die betrieblichen Gegebenheiten, Erkenntnisse, Technologien, Stand der Technik usw. ändern.
  6. Dokumentation
    Eine bestimmte Form der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung ist nicht vorgeschrieben. Entsprechend dem Arbeitsschutzgesetz muss die Dokumentation mindesten die folgenden Punkte enthalten:

    • Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG,
    • festgelegte Maßnahmen des Arbeitsschutzes (§ 3 Abs. 1 ArbSchG),
    • Ergebnis der Überprüfung der Wirksamkeit der Arbeitsschutzmaßnahmen (§ 3 Abs. 1 Satz 2 ArbSchG)

Die vorliegenden Handlungshilfen können in angepasster Form als Dokumentation genutzt werden.

Die Beurteilung von Ziehen und Schieben an Hand von Leitmerkmalen

Die Beurteilung von Ziehen und Schieben von Lasten erfolgt für einen Arbeitstag und für Teiltätigkeiten mit Hilfe von vorgegeben Belastungswerten. Über die Bestimmung der

- Zeitwichtung

- Masse

- Positioniergenauigkeit

- Bewegungsgeschwindigkeit

- Körperhaltung

wird die Bewertung der Tätigkeiten beim Ziehen und Schieben erreicht. Eine Bewertung der Belastung des Muskel-Skelett-Systems wird an Hand eines tätigkeitsbezogenen Punktwertes und mit einer Einstufung in Risikobereiche vorgenommen.

Weiter zur Handlungshilfe

Anbieter: LASI

Gültigkeitsmerkmale

Gefährdungsart

  • Bewegte Transportmittel, bewegte Arbeitsmittel
  • Unzureichende Bewegungsfläche am Arbeitsplatz, ungünstige Anordnung des Arbeitsplatzes, unzureichende Pausen-, Sanitärräume
  • Physische Belastung/ Arbeitsschwere
  • Ziehen, Schieben
  • Ungenügend gestaltete Arbeitsorganisation (z. B. Arbeiten unter hohem Zeitdruck, wechselnde und /oder lange Arbeitszeiten, häufige Nachtarbeit, kein durchdachter Arbeitsablauf)

Branche

  • (C) VERARBEITENDES GEWERBE/HERSTELLUNG VON WAREN
  • (39) Beseitigung von Umweltverschmutzungen und sonstige Entsorgung
  • (F) BAUGEWERBE/BAU
  • (G) HANDEL INSTANDHALTUNG UND REPARATUR VON KRAFTFAHRZEUGEN
  • (H) VERKEHR UND LAGEREI
  • (Q) GESUNDHEITS- UND SOZIALWESEN

Tätigkeit / Arbeitsplatz

  • Ziehen und Schieben
  • Bewertung der Tätigkeiten
  • Beurteilungsverfahren nach der Leitmerkmalmethode
Bearbeitungsdatum 13.08.2009 Für Kleinbetriebe empfohlen

Zur Handlungshilfe

Handbuch/Leitfaden Verfügbar als... Druckschrift, Download Verfügbar in... deutsch

Handlungshilfe enthält...

  • Kriterium vorhanden Ermitteln
  • Kriterium vorhanden Bewerten
  • Kriterium vorhanden Festlegen von Maßnahmen
  • Kriterium nicht vorhanden Überpruefen der Wirksamkeit
  • Kriterium nicht vorhanden Hilfsmittel zur Dokumentation