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Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an Kassenarbeitsplätzen (LV 20)

Die Handlungsanleitung stellt ein mehrstufiges Verfahren zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen dem Arbeitgeber zur Verfügung. Beschäftigte an Kassenarbeitsplätzen registrieren Waren, scannen Code- und Preisangaben und geben Wechselgeld heraus. In der Handlungsanleitung werden Belastungsfaktoren aus der Arbeitsumgebung wie Zugluft, Raumklima und- temperatur, Geräuscheinwirkung, ungünstige Beleuchtung, Zeitdruck etc. genannt. Die Gesamtheit beruflicher Belastungen an Kassenarbeitsplätzen erfordert eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes bezogen auf das physiologische und psychologische Leistungsvermögen der Beschäftigten.

Nutzungshinweise

  1. Vollständigkeit
    Die Handlungshilfen stellen Muster-Gefährdungsbeurteilungen dar. In den Handlungshilfen sind die häufig anzutreffenden Gefährdungen und eventuell möglichen Maßnahmen genannt. Grundsätzlich kann keine Vollständigkeit vorausgesetzt werden. Die Gefährdungsbeurteilung muss immer um betriebsspezifische Aspekte ergänzt werden. Das heißt, die in der Datenbank angebotenen Handlungshilfen sind als unterstützende, nicht aber die Gefährdungsbeurteilung ersetzende Instrumente, anzusehen.
  2. Vor-Ort-Betrachtung
    Die Handlungshilfen können die Vor-Ort-Betrachtung im Unternehmen nicht ersetzen, da die hier beispielhaft betrachteten Betriebszustände betriebliche Besonderheiten nicht oder nur zum Teil berücksichtigen können. Es ist daher immer zu prüfen, ob die Aussagen auf die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten übertragen werden können und ob gegebenenfalls zusätzliche Gefährdungen relevant sind. Sollten zusätzliche Gefährdungen vorhanden sein, so sind die Handlungshilfen entsprechend zu ergänzen.
  3. Risikobewertung
    Die Risikobewertung führt der Arbeitgeber beziehungsweise die für die Gefährdungsbeurteilung verantwortliche Person durch. In den Handlungsanleitungen sind nur Muster-Vorschläge genannt. Auch bei der Risikobewertung sind immer die betrieblichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
  4. Handlungsbedarf
    Der Handlungsbedarf wird durch das im Unternehmen akzeptierte Risiko bestimmt. Dieses legt in erster Linie der Arbeitgeber beziehungsweise die verantwortliche Person fest. Dabei sind Gesetze, Verordnungen und Vorschriften einzuhalten.
  5. Dynamischer Prozess
    Arbeitsschutz im Betrieb unterliegt als dynamischer Prozess einem ständigen Wandel. Daher ist auch die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren. Sie ist spätestens anzupassen, wenn sich die betrieblichen Gegebenheiten, Erkenntnisse, Technologien, Stand der Technik usw. ändern.
  6. Dokumentation
    Eine bestimmte Form der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung ist nicht vorgeschrieben. Entsprechend dem Arbeitsschutzgesetz muss die Dokumentation mindesten die folgenden Punkte enthalten:

    • Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG,
    • festgelegte Maßnahmen des Arbeitsschutzes (§ 3 Abs. 1 ArbSchG),
    • Ergebnis der Überprüfung der Wirksamkeit der Arbeitsschutzmaßnahmen (§ 3 Abs. 1 Satz 2 ArbSchG)

Die vorliegenden Handlungshilfen können in angepasster Form als Dokumentation genutzt werden.

Orientierendes Verfahren zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an Kassenarbeitsplätzen

Ausgehend von den zu verrichtenden Tätigkeiten wird zunächst die Hauptarbeitshaltung für den Kassenarbeitsplatz auf Grund der Analysemethode (DIN EN ISO 14 738) ermittelt. Nach der Erfassung der Arbeitsmittel am Kassenarbeitsplatz ist die Arbeitsorganisation zu prüfen, der Arbeitsplatz zu besichtigen und der Arbeitsablauf zu beobachten. Anschließend ist die eingenommene Arbeitshaltung mit der ermittelten Hauptarbeitshaltung zu vergleichen. Die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen sind zu beurteilen und die erforderlichen Maßnahmen festzulegen. Das Arbeitsblatt "Wissensspeicher zum Arbeitsblatt Stehkassenarbeitsplatz" ist entsprechend für Sitzkassenarbeitsplätze anzuwenden.

Schutzziele und Lösungsmöglichkeiten können für die jeweiligen Anforderungen im Kassenbereich der Handlungshilfe entnommen werden.

Weiter zur Handlungshilfe

Anbieter: LASI

Gültigkeitsmerkmale

Gefährdungsart

  • Klima (z. B. Hitze, Kälte, unzureichende Lüftung)
  • Beleuchtung, Licht
  • Unzureichende Bewegungsfläche am Arbeitsplatz, ungünstige Anordnung des Arbeitsplatzes, unzureichende Pausen-, Sanitärräume
  • Manuelle Arbeit (mit geringen Körperkräften)
  • Ungenügend gestaltete Arbeitsorganisation (z. B. Arbeiten unter hohem Zeitdruck, wechselnde und /oder lange Arbeitszeiten, häufige Nachtarbeit, kein durchdachter Arbeitsablauf)
  • ungenügend gestaltete Arbeitsplatz- und Arbeitsumgebungsbedingungen (z. B. Lärm, Klima, räuml. Enge, unzureichende Wahrnehmung von Signalen und Prozessmerkmalen, unzureichende Softwaregestaltung)
  • Durch Menschen (z. B. Überfall)

Branche

  • (46) Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen und Krafträdern)
  • (47) Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)
  • (56) Gastronomie

Tätigkeit / Arbeitsplatz

  • Kassiertätigkeit
  • Kassenarbeitsplatz
  • Beurteilung von Arbeitsbedingungen
  • Hauptarbeitshaltung
  • Großhandel
  • Einzelhandel
  • Steharbeitsplatz
  • Scannen
Bearbeitungsdatum 12.08.2009 Für Kleinbetriebe empfohlen

Zur Handlungshilfe

Handbuch/Leitfaden, Checkliste Verfügbar als... Druckschrift, Download Verfügbar in... deutsch

Handlungshilfe enthält...

  • Kriterium vorhanden Ermitteln
  • Kriterium vorhanden Bewerten
  • Kriterium vorhanden Festlegen von Maßnahmen
  • Kriterium nicht vorhanden Überpruefen der Wirksamkeit
  • Kriterium nicht vorhanden Hilfsmittel zur Dokumentation