Navigation und Service

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Das ermöglicht es uns, die Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern. Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz und Möglichkeiten zum Widerspruch.

OK

Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland

Zahlen, Daten und Fakten zur Gestaltung der Arbeitszeit

Die Gestaltung der Arbeitszeit bestimmt zu großen Teilen, welche Zeit zur Erholung und für private Verpflichtungen zur Verfügung steht. Sie gehört daher zu den zentralen Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Aufgrund der sich verändernden Anforderungen in der Arbeitswelt steht die Regulation und Gestaltung der Arbeitszeit im Mittelpunkt politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Diskussionen in Deutschland. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) schafft mit der BAuA-Arbeitszeitbefragung eine empirische Datenbasis für diese Diskussion.

Frau sitzt mit Kaffeetasse in dunkler Umgebung vor einem Computer. Flexible Arbeitszeiten prägen die Arbeit vieler Beschäftigten, © iStock | DragonImages

Im Rahmen dieser repräsentativen Panelbefragung wurden 2015 bereits rund 20.000 Beschäftigte aus Deutschland befragt. An der zweiten Befragung im Jahr 2017 nahmen mehr als 10.000 Personen teil. Die Daten geben differenziert Aufschluss über die Arbeitszeitrealität der Beschäftigten und erlauben eine Einschätzung zu Fragen der Arbeitszeitflexibilität und deren Gestaltung. Darüber hinaus dienen sie der wissenschaftlichen Erforschung des Zusammenhangs zwischen Arbeitszeit und der Gesundheit und dem Wohlbefinden von Erwerbstätigen. Die Ergebnisse werden in verschiedenen Berichten zur Arbeitszeitbefragung veröffentlicht. Die BAuA setzt die Arbeitszeitberichterstattung kontinuierlich fort Die nächste Befragung steht im Jahr 2019 an. Weitere Details zur Methodik und den verwendeten Fragebögen sind den Methodenberichten zu den Befragungen 2015 und 2017 zu entnehmen. Einen Überblick zur Vorgehensweise der Befragungen liefert die folgende Grafik.

Infografik Befragung Abb.: Überblick über die Vorgehensweise und das Design der BAuA-Arbeitszeitbefragung

Vor- und Nachteile von flexiblen Arbeitszeiten

Der Achtstundentag feiert im Jahr 2018 sein 100-jähriges Bestehen. Allerdings prägen flexible Arbeitszeiten die Arbeit vieler Beschäftigten. Zwar geben 2017 immerhin 78 Prozent der Beschäftigten an, in der Regel zwischen 7 und 19 Uhr zu arbeiten. Allerdings berichten auch 43 Prozent der Beschäftigten, mindestens einmal monatlich auch am Wochenende zu arbeiten. 24 Prozent geben zudem an, dass ihr Arbeitsumfeld erwartet, dass sie im Privatleben für dienstliche Belange erreichbar sind. Tatsächlich werden zwölf Prozent der Beschäftigten häufig außerhalb der Arbeitszeit wegen dienstlicher Angelegenheiten kontaktiert. Das betrifft Führungskräfte häufiger als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung. Die ständige Erreichbarkeit wird zudem häufiger in kleinen (28 Prozent) und mittleren (24 Prozent) Betrieben erwartet als in großen Unternehmen (21 Prozent).

Etwa vier von zehn Beschäftigten haben selber großen Einfluss darauf, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und sie beenden (39 Prozent) oder wann sie ein paar Stunden frei nehmen (45 Prozent). Gleichzeitig erlebt mehr als jede bzw. jeder siebte Beschäftigte häufig kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit aufgrund betrieblicher Belange (14 Prozent).

Darüber hinaus zeigt sich: Beschäftigte mit hohen betrieblichen Flexibilitätsanforderungen, wie etwa kurzfristigen Änderungen ihrer Arbeitszeit, schätzen ihr gesundheitliches Befinden tendenziell schlechter ein. Sie sind unzufriedener mit ihrer Work-Life-Balance als andere Beschäftigte. Umgekehrt zeigt sich: Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten auf die Arbeitszeitgestaltung sowie Planbarkeit und Vorhersehbarkeit der Arbeitszeit gehen mit einer besseren Gesundheit und Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben einher.

Die Studie zeigt zudem, dass Überstunden für viele Beschäftigte weiterhin relevant sind. Im Schnitt liegt die tatsächliche Arbeitszeit der Beschäftigten in einer normalen Arbeitswoche 3,9 Stunden über der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit. So arbeiten 16 Prozent der Beschäftigten durchschnittlich 48 Stunden und mehr in der Woche. Mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der Beschäftigten arbeitet im Rahmen versetzter Arbeitszeiten oder in verschiedenen Schichtsystemen. Beide Arbeitszeitformen gehen sowohl mit Einschränkungen der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben als auch mit Beeinträchtigungen des gesundheitlichen Befindens einher.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Die Daten bestätigen weiterhin die großen Unterschiede in der Arbeitszeitrealität von Frauen und Männern. Arbeiten 2017 immerhin 41 Prozent der Frauen in Teilzeit (weniger als 35 Stunden tatsächliche Arbeitszeit), so sind es bei den Männern lediglich sechs Prozent. Der größte Teil der Frauen nennt als Grund persönliche oder familiäre Verpflichtungen, wobei die kürzeren Arbeitszeiten im Vergleich zu den Männern in allen Lebenssituationen zu beobachten sind. Eine umfangreiche Darstellung der Ergebnisse findet sich in den Berichten zur Arbeitszeitbefragung.

Infografik Befragung Abb.: Tatsächliche Arbeitszeiten von abhängig Beschäftigten nach Geschlecht im Vergleich 2015 (n = 17.950) und 2017 (n = 8.725)

Weitere Informationen zur Arbeitszeit

Forschungsprojekte

ProjektnummerF 2398 StatusLaufendes Projekt Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland: Auswertung, wissenschaftliche Aufbereitung/Verwertung und Weiterführung

Zur Projektbeschreibung : Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland: Auswertung, wissenschaftliche Aufbereitung/Verwertung und Weiterführung …

ProjektnummerF 2360 StatusLaufendes Projekt Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland

Zur Projektbeschreibung : Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland …

Publikationen

Sortieren nach:

Gesuchtes nicht gefunden?