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Gefahrstoffschutzpreis

Umgang mit Gefahrstoffen sicherer machen, Innovationen fördern

Der Deutsche Gefahrstoffschutzpreis wird alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ausgelobt und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die die Geschäfte des Ausschusses für Gefahrstoffe (AGS) führt, organisiert. Er honoriert seit über 20 Jahren unter der Überschrift "Umgang mit Gefahrstoffen sicherer machen, Innovationen fördern" vorbildliche und wegweisende Aktivitäten zum Schutz vor Gefahrstoffen.

6. Deutscher Gefahrstoffschutzpreis vergeben

Umgang mit Gefahrstoffen sicherer machen, Innovationen fördern

Hier finden Sie Informationen zu den Gewinnern des Deutschen Gefahrstoffschutzpreises 2005.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) hat im Oktober 2005 zum sechsten Mal den Deutschen Gefahrstoffschutzpreis vergeben. Er honoriert vorbildliche und wegweisende Aktivitäten zum Schutz vor Gefahrstoffen und macht sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Eine unabhängige Jury sprach im Juni dem Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar e.V. den mit 5.000 EUR dotierten Preis zu. Insgesamt wurden 21 Bewerbungen aus vier Kategorien beurteilt.

Das Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar e.V. entwickelte ein arbeits-, gesundheits- und umweltschutzgerechtes Verfahren für den Ausbau asbesthaltiger Fugendichtstoffe im Außenwandbereich von Plattenbauten.
In den Plattenbauten der ehemaligen DDR wurden in großem Umfang asbesthaltige Fugenmassen verwendet. Beim anstehenden Um- oder Abbau dieser Gebäude müssen die Dichtmassen entfernt werden. Beim bisher üblichen Ausstemmen mit Elektromeißeln wurden Faserstäube freigesetzt, die umfangreiche Schutzmaßnahmen für die Arbeitnehmer erforderten.
Das Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar e.V. - ein nach der Wende aus der Universität Weimar hervorgegangenes privatwirtschaftliches Institut - hat ein hydraulisches Gerät entwickelt, das die Dichtmassen langsam aus den Fugen herausdrückt und so die Entwicklung gefährlicher Stäube vermeidet. Besondere Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten sind nur noch bei wenigen Arbeitsschritten, etwa dem Verpacken der herausgedrückten Dichtmassen erforderlich. Auch hinsichtlich der Lärmemission und der Ergonomie ist das Verfahren vorteilhaft.
Die Übertragung auf in Westdeutschland verbreitete PCB-haltige Fugenauskleidungen wird getestet.

Zwei weitere Bewerber werden besonders belobigt. Frank P. Krökel, COMPtrade Technologies GmbH-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, aufgrund seiner Verdienste im Bereich Ersatzlösungen für herkömmlichen Korrosionsschutz und Dr. Klaus-G. Häusler, HMTC GmbH- Halbmikrotechnik Chemie GmbH, aufgrund seiner Verdienste für sicheres und sachgerechtes Experimentieren und die Entwicklung einer umfassenden Didaktik, die er mit Engagement umgesetzt, vertreibt und vermittelt.

Metallische Waren müssen bei Lagerung und Versand vor Korrosion geschützt werden. Dies erfolgt u.a. mit Hilfe von Wachsen, Ölen und anderen chemischen Produkten und Trockenmitteln. Die chemischen Produkte haben gesundheitsschädliche Eigenschaften, teilweise sind sie sensibilisierend oder können Nitrosamine freisetzen.
Arbeitsschutzprobleme entstehen durch den Umgang mit diesen Chemikalien selbst oder mit den damit behandelten Teilen (siehe TRGS 615). Arbeitsschutzprobleme entstehen aber auch, wenn diese Teile von den Korrosionsschutzmitteln - meist wiederum mit Hilfe von Chemikalien - gereinigt werden müssen. COMPtrade Technologies GmbH ist Mitglied der "Intercept Technology Group" und bietet als Ersatzverfahren in maßgeschneiderte Verpackungslösungen integrierten Korrosionsschutz: Corrosion Intercept (CI).
Die Basistechnologie von CI besteht aus einem speziellen porösem Kupfer, das fest mit einer Polymermatrix verbunden ist. Folien auf dieser Grundlage können in einer Vielzahl von Produkten umgesetzt werden: Folien, Beutel, Säcke, Kartonagen...
CI-Verpackungen ersetzen den Umgang mit Gefahrstoffen beim Korrosionsschutz, leisten damit einen deutlichen Beitrag zum Gesundheitsschutz in diesen Bereichen und können wieder verwertet werden.

Einerseits nehmen die Themen Arbeits- und Umweltschutz in der Regel keinen großen Raum im Chemieunterricht ein. Andererseits werden oft gerade mit dieser Begründung relativ wenige Schülerexperimente durchgeführt.
Ziel von Dr. K.-G. Häusler, Chemielehrer und Geschäftsführer der Firma HalbMikroTechnikChemie GmbH, ist es, Schülerinnen und Schüler durch eigenes Handeln den verantwortlichen Umgang mit Stoffen und besonders mit Gefahrstoffen erlernen zu lassen. Dazu hat er eine spezielle Halbmikrotechnik für Experimente und einen umfassenden didaktischen Ansatz entwickelt, die er mit Engagement einsetzt, vertreibt und vermittelt.
Diese Halbmikrotechnik ist eine mit modernen Glasgeräten umgesetzte Labortechnik, die mit kleineren Stoffmengen in geschlossenen Systemen arbeitet. Technik und Didaktik sind auf die Betrachtung von Stoffgleichgewichten und Stoffkreisläufen angelegt, so dass ein umfassender Ansatz von Herstellung bzw. Stoffeinsatz über Umgang mit Gefahrstoffen bis Entsorgung entsteht.
Stephen Schulz - 2. Bundessieger 2003 und Bundessieger 2005 bei "Jugend forscht" - setzt für seine Experimente die Halbmikrotechnik ein und entwickelt sie auch weiter. Dafür erhielt er zusätzlich beim Bundeswettbewerb 2003 den "Umweltpreis des BMBF".

Die Auszeichnungen wurden anlässlich der 50-Jahr-Feier der MAK-Kommission am 6. Oktober 2005 auf dem Petersberg bei Königswinter überreicht.

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