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Kennzeichnungselemente

Gefahrenpiktogramme, Signalwörter, Gefahrenhinweise, Sicherheitshinweise

Die Umstellung der Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und Gemische auf die Regeln der CLP-Verordnung hat eine Reihe neuer Kennzeichnungselemente mit sich gebracht. Erfahren Sie hier, welche Elemente es nun gibt und wie sie aussehen.

Flaschen mit Gefahrenpiktogrammen

Zu den von der CLP-Verordnung geforderten Elementen für die Kennzeichnung gehören:

  • Gefahrenpiktogramme
  • Signalwort ("Gefahr" oder "Achtung")
  • Gefahrenhinweise (H-Sätze)
  • Sicherheitshinweise (P-Sätze)
  • Weitere Angaben, wie Produktname, Lieferant, etc.

Für bestimmte Stoffe und Gemische sind darüber hinaus noch besondere Hinweise auf dem Etikett vorgesehen:

  • Ergänzende Gefahrenmerkmale/Kennzeichnungselemente (EUH-Sätze)

Piktogramme und Signalwort

Ein Gefahrenpiktogramm ist eine grafische Darstellung auf einem Kennzeichnungsetikett mit einem Symbol und bestimmten Farben in bestimmter Form. Es informiert plakativ über die Gefahren, die von einem gefährlichen Stoff oder einem gefährlichen Gemisch für unsere Gesundheit oder Umwelt ausgehen können.

Die neuen Piktogramme haben die Form einer roten Raute mit schwarzem Symbol auf weißem Hintergrund und ersetzen die alten orangefarbenen rechteckigen Symbole, die zuvor verwendet wurden. Während die meisten der neuen Gefahrenpiktogramme eine Entsprechung zu den ehemaligen Gefahrensymbolen haben, sind die Piktogramme, die eine Gasflasche, ein Ausrufezeichen und einen Torso zeigen, vollkommen neu. Dafür entfällt das bisherige Andreaskreuz. Ebenfalls entfallen die bisher den Gefahrensymbolen zugeordneten Gefahrenbezeichnungen, wie "giftig", "ätzend" oder "leicht entzündlich".

Vor allem das Gefahrenpiktogramm Torso (GHS08, Gesundheitsgefahr) verdient besondere Beachtung. Dieses Piktogramm signalisiert - im Zusammenhang mit dem Signalwort "Gefahr" - sehr schwere Gesundheitsschäden mit verzögertem Verlauf.

Torso GHS08-Gesundheitsgefahr

Bild / Video 1/9

GHS08-Gesundheitsgefahr

Piktogramm GHS08 Gesundheitsgefahr ("Torso")

Zusätzlich zu den Gefahrenpiktogrammen gibt jetzt ein Signalwort einen ersten, schnell zu erfassenden Hinweis auf das Ausmaß der möglichen Gefahr, die von einem Stoff oder Gemisch ausgeht. Zwischen folgenden beiden Signalworten wird unterschieden:

  • "Gefahr" weist auf eine schwerwiegende Gefahrenkategorie hin.
  • "Achtung" weist auf eine weniger schwerwiegende Gefahrenkategorie hin.

Auf dem Etikett erscheint jeweils eines der beiden Signalwort, falls erforderlich.

Gefahren- und Sicherheitshinweise

Die Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze) haben die bekannten R- und S-Sätze aus der seit dem 1. Juni 2015 gestrichenen Richtlinie 67/548/EWG abgelöst. Im Wortlaut sind sich H- und R-Sätze sowie P- und S-Sätze sehr ähnlich.
Die Gefahren- und Sicherheitshinweise sind mit dreistelligen Nummern kodiert. Der Buchstabe H (engl.: Hazard, H-Satz) bezeichnet einen Gefahrenhinweis. Ein P am Beginn der Kodierung (engl.: Precautionary, P-Satz) steht für einen Sicherheitshinweis.

Die Nummerierung entspricht folgender Struktur:

Gefahrenhinweise
Die H-Sätze (Hazard Statements) sind wie folgt kodiert:
H2** – physikalische Gefahren
H3** – Gesundheitsgefahren
H4** – Umweltgefahren

Sicherheitshinweise
Die P-Sätze (Precautionary Statements) sind wie folgt kodiert:
P1** – Allgemeines
P2** – Prävention
P3** – Reaktion
P4** – Aufbewahrung
P5** – Entsorgung

Hinweise zur neuen Kennzeichnung

Die CLP-Verordnung sieht insgesamt 28 Gefahrenklassen zur Beschreibung der Gefahren vor. Das alte System nutzte dagegen neun Gefahrenmerkmale. Damit hat die Anzahl an Elementen zur Gefahrenkommunikation auf dem Kennzeichnungsetikett zugenommen.

Um das Etikett möglichst nicht zu überfrachten, wird im Artikel 28 Absatz 3 der CLP-Verordnung festgelegt, dass die Anzahl der P-Sätze auf sechs Hinweise begrenzt werden kann. Eine vergleichbare Regelung gibt es für H-Sätze nicht.

Gefahrenpiktogramme, Signalwörter, Gefahrenhinweise und Sicherheitshinweise sind gemäß Artikel 32 Absatz 1 der CLP-Verordnung zusammen auf dem Kennzeichnungsetikett anzuordnen.

Ergänzende Gefahrenmerkmale/Kennzeichnungselemente

Mit den sogenannten "EUH-Sätzen" gibt es neben H- und P-Sätzen weitere Elemente in der CLP-Verordnung, die jedoch keine Entsprechung im UN-GHS haben. Sie wurden bereits im Rahmen der alten EU-Vorschriften verwendet und werden nun auch weiterhin in der Europäischen Union gefordert.

Ergänzende Gefahrenmerkmale nach Anhang II Teil 1 der CLP-Verordnung werden für bestimmte als gefährlich eingestufte Stoffe und Gemische vergeben, ergänzende Kennzeichnungselemente nach Anhang II Teil 2 der CLP-Verordnung werden ausschließlich für Gemische gefordert, die allerdings nicht unbedingt als gefährlich eingestuft sein müssen.

Weitere Hilfestellungen und Erläuterungen zur CLP-Verordnung finden Sie über die Links auf dieser Seite. Außerdem können Sie Informationsmaterial bestellen, wie zum Beispiel die GHS-Memocard "Gefahrstoffe kompakt", die auf die Bedeutung der neuen Piktogramme eingeht, sowie Poster zum Global Harmonisierten System (GHS) in der EU.

Publikationen

Gefahrenpiktogramme und weitere Elemente auf dem Kennzeichnungsetikett

Links

Kontakt

CLP - Bewertungsstelle Arbeitsschutz

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Friedrich-Henkel-Weg 1-25 44149 Dortmund

Weitere Kontaktmöglichkeiten