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Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?

Was geschieht mit den Arbeitsmitteln?

Als Arbeitgeber tragen Sie nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes in Verbindung mit § 3 BetrSichV die Verantwortung für die sichere Bereitstellung und Benutzung der in Ihrem Unternehmen verwendeten Arbeitsmittel.

Gefährdungsbeurteilung

Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln

Um die sichere Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln zu gewährleisten, haben Sie auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsmittel die dafür notwendigen Maßnahmen festzulegen und umzusetzen, die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen zu überprüfen und den Gesamtprozess zu dokumentieren. Dabei sind auch überwachungsbedürftige Anlagen zu berücksichtigen, die als Arbeitsmittel von Beschäftigten bei der Arbeit benutzt werden.

Gegenstand der Ermittlung und Bewertung sind die Gefährdungen, die von der Bereitstellung und Benutzung des Arbeitsmittels selbst ausgehen wie auch Gefährdungen, die durch Wechselwirkungen mit anderen Arbeitsmitteln, mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden.

Arbeitsmittelbedingte Gefährdungen sind zum Beispiel

  • mechanische Gefährdungen,
  • Gefährdungen durch Absturz von Personen,
  • Lasten oder Materialien, elektrische Gefährdungen,
  • Gefährdungen durch Dampf und Druck,
  • Brand- und Explosionsgefährdung,
  • thermische Gefährdungen und Gefährdungen durch physikalische Einwirkungen, z. B. Lärm, Erschütterungen.

Hinweis: Ausführliche Informationen zu Gefährdungsfaktoren finden Sie in der Rubrik Expertenwissen.

Die Technische Regel TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung, sicherheitstechnische Bewertung" enthält konkretisierte Anforderungen an die Durchführung der arbeitsmittelbezogenen Gefährdungsbeurteilung. Sie beschreibt die Vorgehensweise zur Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen sowie zur Ableitung der notwendigen Maßnahmen für

  • die Bereitstellung von Arbeitsmitteln,
  • die Benutzung von Arbeitsmitteln und
  • das Betreiben überwachungsbedürftiger Anlagen.

Müssen Maßnahmen getroffen werden, sind die Mindestanforderungen nach BetrSichV Anhang 2 zu berücksichtigen. Die Technischen Regeln zur Betriebssicherheitsverordnung (2000er Reihe) können für die jeweils identifizierte Gefährdung konkrete Hilfestellung zur Ermittlung und Bewertung geben. Bezogen auf die Gefährdung nennen sie beispielhaft Maßnahmen, wie der Gefährdung begegnet werden kann. Wichtige Handlungshilfen sind zudem Berufsgenossenschaftliche Regeln, Informationen und Grundsätze.

Instandsetzung

Die Technische Regel TRBS 1112 "Instandsetzung" beschreibt die Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung von Instandhaltungsarbeiten. Sie nennt beispielhafte Maßnahmen, die im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung bei der Durchführung der Instandhaltungsarbeiten zu berücksichtigen sind.

Die TRBS 1112 ist anzuwenden für

  • die Planung und Ausführung von Instandhaltungstätigkeiten,
  • die Störungssuche,
  • die Erprobung nach Instandsetzungsarbeiten.

Bei Anwendung der in der TRBS 1112 beispielhaft genannten Maßnahmen kann der Arbeitgeber die Vermutung der Einhaltung der Vorschriften der Betriebssicherheitsverordnung für sich geltend machen. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, hat er die gleichwertige Erfüllung der Verordnung schriftlich nachzuweisen.

Bei Instandhaltungsarbeiten mit Explosionsgefährdungen ist zusätzlich TRBS 1112 Teil 1 anzuwenden.

Prüfung

Arbeitsmittel und überwachungsbedürftige Anlagen können nur dann sicher benutzt werden, wenn sie regelmäßig geprüft werden. Dazu gehört zum Beispiel auch die Überprüfung der Funktionsfähigkeit von Sicherheitseinrichtungen am Arbeitsmittel. Manipulierte Schutzeinrichtungen an Maschinen sind deutschlandweit jedes Jahr der Grund für etwa zehntausend zum Teil schwere und tödliche Unfälle an Maschinen. Manipulationen und deren Ursachen sind daher stets systematisch zu ermitteln und unverzüglich zu beseitigen.

Hinweis: Unter www.stopp-manipulation.org hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) gemeinsam mit in- und ausländischen Partnern Tipps gegen Manipulation zusammengetragen. Hier finden Sie nicht nur eine Checkliste für den Maschinenkauf, sondern auch Informationen darüber, wie sich Manipulationsursachen systematisch ermitteln und beseitigen lassen.

Die konkrete Vorgehensweise zur Ermittlung von Prüfart, Prüfumfang und Prüffrist sowie der Auswahl der mit der Prüfung zu beauftragenden Person ist in der Technischen Regel TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" und deren Teilen beschrieben.

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel müssen durch befähigte Personen geprüft werden,

  • nach jeder Montage, wenn deren Sicherheit davon abhängt,
  • in bestimmten Fristen wiederkehrend, wenn sie beschädigt werden können und dadurch gefährliche Situationen entstehen,
  • bei außergewöhnlichen Ereignissen, die Auswirkungen auf die Sicherheit der Arbeitsmittel haben können, z.B. Naturereignisse, Unfälle und
  • wenn nach Instandsetzungsarbeiten die Sicherheit beeinträchtigt sein könnte.

Hinweis: Konkretisierte Anforderungen an die Auswahl befähigter Personen sind in der Technischen Regel TRBS 1203 enthalten.

Überwachungsbedürftige Anlagen

Die Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen erfolgt grundsätzlich durch zugelassene Überwachungsstellen:

  • vor Inbetriebnahme
  • nach jeder wesentlichen Veränderung
  • bei Schadensfällen
  • bei Verdacht auf sicherheitstechnische Mängel
  • in bestimmten Fristen wiederkehrend.

Bestimmte überwachungsbedürftige Anlagen können nach § 14, BetrSichV durch befähigte Personen geprüft werden:

  • Geräte, Schutzsysteme in Ex-Bereichen (Absatz 3 Nr. 1)
  • bestimmte Druckgeräte (Absatz 3 Nr. 2)
  • bestimmte einfache Druckbehälter (Absatz 3 Nr. 3)
  • tragbare Feuerlöscher und Flaschen für den Atemschutz (Absatz 4).

Die Prüffristen für überwachungsbedürftige Anlagen hat der Betreiber durch eine gesonderte sicherheitstechnische Bewertung zu ermitteln, falls dies nicht im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber erfolgt ist. Das kann insbesondere der Fall sein, wenn der Betreiber der Anlage nicht der Arbeitgeber ist, zum Beispiel bei Aufzugsanlagen.

Um den Prüfanforderungen gerecht zu werden, sollten Sie sicherstellen, dass eine Übersicht über Art, Umfang und Fristen von Prüfungen von Arbeitsmittel und überwachungsbedürftigen Anlagen in Ihrem Unternehmen dokumentiert vorliegt.

Unterweisung

Über die zum Einsatz kommenden Arbeitsmittel hat der Arbeitgeber die Beschäftigten regelmäßig zu unterrichten und zu unterweisen. Das ist unter anderem geregelt

  • in § 81 des Betriebsverfassungsgesetzes,
  • in § 14 und § 12 des Arbeitsschutzgesetzes sowie
  • in § 9 der Betriebssicherheitsverordnung.

Hierfür sind Arbeitsunterlagen wie Betriebshandbücher und Arbeitsanweisungen hilfreich. Diese sollen Beschäftigte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Um dieser Rolle gerecht zu werden, sollten diese Unterlagen nach ergonomischen Grundsätzen gestaltet werden.

In "Praxis Unterweisung und Kommunikation", einem Angebot der Verwaltungs-BG, finden Führungskräfte von kleinen Unternehmen einige Tipps und Hilfen zur Gesprächsführung sowie Informationen zum Unterweisen im Arbeitsschutz.

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