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Schritt 5: Durchführen

Was muss ich bei der Durchführung der Maßnahmen beachten?

Bestimmen Sie für die festgelegten Maßnahmen die Prioritäten, Termine und Verantwortlichkeiten. Um die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen wirksam durchführen zu können, sollten Sie unmissverständlich festlegen:

WER macht WAS bis WANN?

Zur Veranschaulichung dient die von der Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen bereitgestellte Vorlage Durchführen der Maßnahmen (PDF, 177 KB).

Welche Unterlagen kann ich nutzen?

Erfinden Sie das Rad nicht neu. Nutzen Sie, wenn vorhanden, die Unterlagen von bereits im Betrieb durchgeführten Gefährdungsbeurteilungen. Sie können zum Beispiel

  • Gefahrstoffverzeichnis,
  • Ersatzstoffprüfung und
  • Betriebsanweisung

übernehmen und in Ihrer Gefährdungsbeurteilung darauf verweisen.

Warum muss unterwiesen werden und worauf ist dabei zu achten?

Warum soll unterwiesen werden?

Damit sich Beschäftigte sicher an ihrem Arbeitsplatz verhalten können, müssen sie die möglichen Gefährdungen kennen. Darüber hinaus sollen sie den Zweck der Arbeitsschutzmaßnahmen erkennen und Eigenverantwortung für ihr gesundheitsgerechtes Verhalten übernehmen.

Deshalb sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, Ihre Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, während ihrer Arbeitszeit, ausreichend und angemessen zu unterweisen.

Diese Verpflichtung basiert auf

  • das Betriebsverfassungsgesetz, § 81,
  • das Arbeitsschutzgesetz, § 12 und § 14,
  • der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1, § 4 und
  • dem konkretisierenden Verordnungswerk, wie bspw. § 12 der Betriebssicherheitsverordnung.

Wann ist zu unterweisen?

Grundsätzlich sollen Beschäftigte unterwiesen werden

  1. vor Aufnahme einer Tätigkeit (Erstunterweisung) und
  2. danach in regelmäßigen Abständen (Wiederholungsunterweisungen).

Erstunterweisungen sind erforderlich bei

  • Neueinstellungen,
  • Arbeitsplatzwechsel sowie
  • Einführung neuer Verfahren, Technik oder Stoffe.

Wiederholungsunterweisungen sind in angemessenen Zeitabständen durchzuführen, mindestens einmal jährlich. Darüber hinaus werden vom Gesetzgeber auch kürzere Wiederholungsfristen vorgegeben, zum Beispiel 6 Monate nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz.

Des Weiteren sind Unterweisungen zu wiederholen, wenn

  • sich mangelnde Wirkung zeigt (Fehlverhalten, Beinahe-Unfälle),
  • Unfälle oder Berufskrankheiten auftreten und
  • Arbeitsverfahren nur selten ausgeführt werden.

Hinweis: Ein gutes Sicherheitsmanagement zeichnet sich u.a. dadurch aus, das in einem Unterweisungsplan, zum Beispiel monatlich, Inhalte, Zielgruppen sowie Verantwortliche für die Unterweisung festgelegt werden.

Wer unterweist?

Die Verantwortung für die Unterweisung trägt der Arbeitgeber. Er kann die Unterweisungspflicht auf geeignete Führungskräfte übertragen.

In der Regel übernehmen die unmittelbaren betrieblichen Vorgesetzten diese Aufgabe. Das hat den Vorteil, dass diese in der Regel immer vor Ort sind und das Verhalten der ihnen unterstellten Mitarbeiter beobachten und ggf. korrigieren können. Sie sollten Fachkräfte für Arbeitssicherheit und/oder Betriebsärzte in die Vorbereitung der Unterweisung einbeziehen.

Wie ist zu unterweisen?

Unterweisungen sollten kein notwendiges Übel sein, sondern eine interessant gestaltete Anleitung und Motivation zu sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten.

Erfolgreiche Unterweisungen sollten gründlich vorbereitet werden. Es empfiehlt sich die folgende Vorgehensweise:

  • auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung Unterweisungsthemen auswählen
  • Teilnehmerkreis festlegen (kleine Gruppen, max. 15 Personen)
  • Unterweisungsmethode wählen
  • Zeitpunkt und Dauer festlegen (möglichst gleich nach Arbeitsbeginn oder nach Pausen, max. 30 Minuten)
  • Auswahl und Bereitstellung der Räumlichkeiten und notwendiger Hilfsmittel (Flipchart, Medien, usw.) planen
  • gegebenenfalls Absprachen mit Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Betriebsarzt führen
  • Erfolg der Unterweisung - das sichere Verhalten - regelmäßig kontrollieren

Unterweisungen müssen als Nachweis dokumentiert werden. Die Unterweisungsnachweise sollten mindestens 2 Jahre aufbewahrt werden.

Hinweis: Dieses Kapitel basiert auf den Inhalt der Broschüre "Unterweisung Gefährdungsbezogen - Ergänzung zum Leitfaden Gefährdungsbeurteilung". Strukturiert nach den bekannten Gefährdungsfaktoren werden in der Broschüre inhaltliche Schwerpunkte der Unterweisungen und Unterweisungstechniken sowie Hilfsmittel beispielhaft genannt. Als Vorlage für die Dokumentation kann der im Anhang der Broschüre angebotene Vordruck "Unterweisung - Dokumentation" verwendet werden.

Tipp: Tipps und Hilfen zur Gesprächsführung sowie Informationen zum Unterweisen im Arbeitsschutz bietet die Verwaltungs-BG (VBG) Führungskräften von kleinen Unternehmen in der Broschüre "Praxis Unterweisung und Kommunikation".