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Welche Hilfsmittel zur Ermittlung von Gefährdungen kann ich nutzen?

Als Hilfestellung für ein systematisches Vorgehen zur Ermittlung möglicher Gefährdungen können Sie Checklisten und Gefährdungskataloge verwenden.

Checklisten

Checklisten sind vor allem für kleinere und mittelgroße Betriebe gedacht. Sie sollen Informationen zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sowie zu typischen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen für eine bestimmte Branche, für Tätigkeitsgruppen oder Berufsgruppen vermitteln. Die Informationen sind in Form einer Prüfliste zusammengestellt, die gleichzeitig zur Dokumentation der Ergebnisse genutzt werden kann.

Checklisten finden Sie bei Ihrem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt bzw. Amt für Arbeitsschutz oder branchenspezifisch bei Ihrem Unfallversicherungsträger. Die von der Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen bereitgestellte Mustervorlage Checkliste Gefährdungsfaktoren (PDF, 30KB) veranschaulicht beispielhaft, was Checklisten beinhalten sollten.

Gefährdungskataloge

Gefährdungskataloge enthalten Auflistungen typischer Gefährdungen und Schutzmaßnahmen für bestimmte Branchen oder Betriebsbereiche. Sie können Gefährdungskataloge zur Vorbereitung der Gefährdungsbeurteilung nutzen und daraus zum Beispiel betriebsspezifische Checklisten erstellen.

Einen Überblick über verfügbare Checklisten und Gefährdungskataloge der Unfallversicherungsträger, der staatlichen Arbeitsschutzbehörden und weiterer relevanter Anbieter finden Sie auch, wenn Sie in unserer Datenbank mit Handlungshilfen für die Gefährdungsbeurteilung stöbern.

Fachwissen zu den einzelnen Gefährdungsfaktoren wird in unserer Rubrik Expertenwissen vermittelt.

Ermittlung von psychischen Fehlbeanspruchungen

Denken Sie auch an psychische Belastungen am Arbeitsplatz und berücksichtigen Sie diese bei Ihrer Gefährdungsermittlung.

Es gibt verschiedene Verfahren, um psychische Fehlbeanspruchungen zu ermitteln. Um sich einen Überblick über Schwachstellen und Stärken in Bezug auf psychische Belastungen zu verschaffen, reichen orientierende Verfahren (u. a. Einsatz von Checklisten) aus, die ohne arbeitspsychologische Vorkenntnisse angewendet werden können. Zeichnet sich nach Einsatz dieser Verfahren und nach dem Ergreifen von Arbeitsgestaltungsmaßnahmen kein Erfolg ab, müssen spezielle Verfahren, eventuell unter Einbeziehung von Spezialisten, eingesetzt werden.

Um einen Arbeitsplatz und die dort zu verrichtenden Tätigkeiten objektiv beurteilen zu können, ist es oft notwendig, den Arbeitsplatz mehrmals aufzusuchen. Diese Notwendigkeit ergibt sich, wenn zum Beispiel im Schichtzyklus gearbeitet wird, häufig unterschiedliche Mengen an Arbeitsmaterial oder an Informationen in der gleichen Zeit bearbeitet werden müssen oder Tätigkeiten zeitlich variieren.

Bei der Arbeitsplatzbegehung steht die Beobachtung im Vordergrund. Bei der Beobachtung handelt es sich um eine Fremdeinschätzung. Da in den meisten Fällen der Arbeitsplatzinhaber am besten über die Arbeitsbedingungen an seinem Arbeitsplatz Bescheid weiß, ergänzt eine Selbsteinschätzung häufig die Fremdeinschätzung und deckt zusätzliche Schwachstellen auf. Praktikable Verfahren zur Fremd- und Selbsteinschätzung sind in der angegebenen Literaturstelle aufgeführt.