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Soziale Beziehungen zu den Vorgesetzten

Begriffsbestimmung

Die sozialen Beziehungen zu dem oder den Vorgesetzten ergeben sich aus der organisatorischen Einbindung der eigenen Arbeit in das Arbeitssystem, der erforderlichen arbeitsbedingten Interaktion und dem Kontakt mit dem oder den Vorgesetzten.

Soziale Unterstützung ist vorhanden, wenn der oder die Vorgesetzten zum Beispiel bei Problemen oder Schwierigkeiten in der Arbeit um Rat gefragt und/oder um Hilfe gebeten werden können.

Mögliche kritische Ausprägungen

  • fehlende oder geringe soziale Unterstützung durch den Vorgesetzten, zum Beispiel bei zu großen Arbeitsgruppen, zu vielen administrativen Aufgaben, unzureichender Qualifikation der Führungskraft
  • Konflikte und Streitigkeiten mit Vorgesetzten (soziale Stressoren), zum Beispiel bei fehlender Einbeziehung in Entscheidungen, fehlenden oder zu späten Rückmeldungen, fehlenden oder unzureichenden sozialen und kommunikativen Kompetenzen des Vorgesetzten
  • fehlende Anerkennung der Kompetenzen oder Arbeitsleistungen, zum Beispiel nur autoritäre Weitergabe von Arbeitsaufgaben von oben nach unten, überwiegend Kritik, keine positive Würdigung

Gefährdungspotenzial

Ein Gefährdungspotenzial für die Gesundheit von Beschäftigten ergibt sich, wenn die unmittelbaren Vorgesetzten kaum Wissen über eine gesunde Arbeitsgestaltung haben (Längsschnittstudie von Theorell et al., 2001).

Hinweis: Die oben unter soziale Beziehungen zu den Kollegen aufgeführten Aussagen zum Gefährdungspotenzial von geringer sozialer Unterstützung und sozialen Stressoren gelten auch für die sozialen Beziehungen zu den Vorgesetzten.

Mögliche Gestaltungsansätze

  • Arbeitsablauf und -organisation überprüfen
  • Rollen und Verantwortlichkeiten klären, Mehrfachunterstellungen vermeiden
  • offene Kommunikation und Kooperation fördern
  • systematische Personalauswahl und -entwicklung für Führungspositionen umsetzen
  • Führungsleitlinien erstellen
  • regelmäßige Mitarbeitergespräche einführen