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Soziale Beziehungen zu den Kollegen

Begriffsbestimmung

Soziale Beziehungen zu den Kollegen ergeben sich durch die arbeitsbezogene Interaktion innerhalb oder außerhalb der eigenen Gruppe und den Kontakt mit den Kollegen.

Soziale Unterstützung ist vorhanden, wenn die Kollegen, zum Beispiel bei Problemen oder Schwierigkeiten in der Arbeit, um Rat gefragt und/oder um Hilfe gebeten werden können.

Mögliche kritische Ausprägungen

  • fehlende oder geringe soziale Unterstützung durch die Kollegen, zum Beispiel an Einzelarbeitsplätzen oder bei zu wenig Personal
  • Konflikte und Streitigkeiten (soziale Stressoren), zum Beispiel durch unklare Aufgabenverteilung, Sanktionen an gesamter Arbeitsgruppe, soziale Ausgrenzung oder Diskriminierung Einzelner (Mobbing), interkulturelle oder andere Verständigungsprobleme
  • fehlendes oder geringes Vertrauen, zum Beispiel durch hohen Wettbewerbsdruck zwischen den Kollegen hinsichtlich Provisionszahlungen, Bewilligung von Projektgeldern oder Stellen für weiteres Personal

Gefährdungspotenzial

Das Gefährdungspotenzial geringer sozialer Unterstützung ist für die folgenden Krankheitsbilder und Beschwerden nachgewiesen:

  • psychische Beeinträchtigungen (Metaanalyse von Stansfeld & Candy, 2006)
  • Depressionen (Review von Bonde, 2008)
  • kardiovaskuläre Erkrankungen insbesondere bei Männern (Review von Eller et al., 2009, und Studien von André-Petersson et al., 2007; Siegrist et al., 1982; Williams et al., 1985)
  • generalisierte Angsterkrankung und Depression (Studien von Melchior et al., 2007, sowie Sinokki et al., 2009)

Erste Hinweise auf ein Gefährdungspotenzial von sozialen Stressoren liegen für die folgenden Krankheitsbilder und Beschwerden vor:

  • psychische Störungen (prospektive Studie von Romanov et al., 1996)
  • Major Depression und Depressivität (Rau et al., 2010a; 2010b)

Mögliche Gestaltungsansätze

  • Aufgabenverteilung ändern
  • für klare Aufgaben- und Rollenverteilung sorgen
  • zeitliche und inhaltliche Freiheitsgrade schaffen
  • erreichbare Ziele festlegen
  • regelmäßige Teambesprechungen vorsehen
  • offene Kommunikation und Konfliktbewältigung fördern, Konflikte zeitnah ansprechen und klären, Schulungen anbieten, eventuell Leitlinien für gute Zusammenarbeit oder Dienstvereinbarung "Anti-Mobbing" erstellen
  • Mitarbeiter vor Veränderungen informieren und ggf. einbeziehen
  • gegenseitige Wertschätzung fördern
  • Teamklima überprüfen, Gruppenmoderation oder Coaching ermöglichen, Gruppenzusammensetzung ändern