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Physikalische und chemische Faktoren

Begriffsbestimmung

Mit physikalischen Faktoren sind Faktoren wie Beleuchtung, Klima oder Lärm gemeint. Chemische Faktoren umfassen alle festen, flüssigen oder gasförmigen (Gefahr-)Stoffe, die zu Explosionen oder Bränden führen können oder die giftig, gesundheitsschädlich, ätzend oder umweltgefährlich sind.

Mögliche kritische Ausprägungen

  1. physikalische Faktoren

    • Klima: extreme Hitze oder Kälte, zum Beispiel fehlende Schutzkleidung beim Arbeiten im Freien (im Sommer und Winter) auf Baustellen, in der Landwirtschaft, in der Touristikbranche; in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel bei Arbeiten im Kühlhaus (Kälte) oder in der Küche (Hitze)
    • Beleuchtung: zu geringe oder zu hohe Beleuchtung/Blendung
    • Lärm: hoher Lärmpegel, Stoßgeräusche oder undefinierbare Geräusche

  2. chemische Faktoren

    • unzureichender Umgang oder fehlende Schutzausrüstung, zum Beispiel Einatmen von Stäuben, Dämpfen oder Hautkontakt mit Säuren oder Basen, Geruchsbelästigungen

Gefährdungspotenzial

Das Gefährdungspotenzial ist für die folgenden Beschwerden (Schmidtke, 1993; Schlick et al., 2010; Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, 2011; BAuA, 2012; Richter, 2001) nachgewiesen:

  • falscher Umgang mit Gefahrstoffen, zum Beispiel bei Brand- und Explosionsgefährdungen
  • physikalische Faktoren

    • Klima: bei extremer Hitze: psychische Ermüdung; bei extremer Kälte: Einschränkungen von Beweglichkeit, Sensibilität und Geschicklichkeit, Verspannungen des Muskel-Skelett-Apparates (BAuA, 2012), Fehlhandlungen, Unfälle
    • ungünstige Beleuchtung/Blendung: Wahrnehmungseinschränkungen, optische Täuschungen, Erleben von Stress oder psychischer Ermüdung
    • Lärm: Erleben von Stress oder psychischer Ermüdung, Verspannung des Schulter- Nackenbereiches oder der Lendenwirbelsäule (Debitz et al., 2010)
  • chemische Faktoren

    • Neubildungen wie Karzinome in der Lunge oder auf der Haut
    • Vergiftungen, Verbrennungen oder Verätzungen

Mögliche Gestaltungsansätze

  • ungünstige Arbeitsumgebungsbedingungen vermeiden
  • Persönliche Schutzausrüstung bereithalten und regelmäßig Zustand und Vollständigkeit überprüfen
  • technische Regeln für Arbeitsstätten einhalten
  • arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse beachten
  • bei Hitze oder Kälte: Arbeitszeit und Pausenregelung beachten
  • bei Hitze: kostenlose Versorgung mit Getränken organisieren
  • regelmäßig arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anbieten