Navigation und Service

Arbeitsablauf - Arbeitsintensität

Begriffsbestimmung

Die Arbeitsintensität beschreibt einerseits die Menge der geforderten Arbeit in Zusammenhang mit der dafür zur Verfügung stehenden Zeit und andererseits die Komplexität der Arbeitsaufgabe in Relation zu der zur Verfügung stehenden Zeit.

Mögliche kritische Ausprägungen

  • Die Arbeitsmenge ist zu hoch, zum Beispiel bei Personalmangel durch Krankheit, Verständigungsproblemen zwischen Auftragsannahme im Innendienst und Aufgabenbewältigungsmöglichkeiten im Außendienst.
  • Es gibt zu viele Termine bzw. mehrere Termine überschneiden sich.
  • Es gibt häufige unvorhergesehene zusätzliche Arbeitsaufgaben, zum Beispiel wegen Krankheit von Kollegen.
  • Die Arbeitsaufgaben sind sehr komplex, zum Beispiel komplexe Beratungstätigkeit im Katastrophenfall mit einer großen Anzahl von Betroffenen, die alle in kurzer Zeit Informationen benötigen.

Gefährdungspotenzial

Das Gefährdungspotenzial von hoher Arbeitsintensität ist für die folgenden Krankheitsbilder und Beschwerden nachgewiesen:

  • depressive Störungen (Review von Bonde, 2008) sowie affektive Störungen/Angst- und Zwangsstörungen (Metaanalyse von Stansfeld & Candy, 2006),
  • Major Depression (Studien, basierend auf objektiven Arbeitsanalysen von Waldenström et al., 2008; Rau et al., 2010b),
  • sowohl kardiovaskuläre als auch psychische Erkrankungen bei Tätigkeiten mit

    • einer Kombination aus hoher Arbeitsintensität und niedrigem Handlungsspielraum (kardiovaskuläre Erkrankungen: Reviews von Belkic et al., 2004, und Everson-Rose & Lewis, 2005; depressive Beeinträchtigungen: Metaanalyse von Stansfeld & Candy, 2006; Reviews von Netterstrøm et al., 2008 und Bonde, 2008),
    • Ungleichgewicht von quantitativen Anforderungen und Anerkennung (Effort-Reward-Imbalance) (kardiovaskuläre Erkrankungen: Metaanalyse von Kivimäki et al., 2006; Reviews von van Vegchel et al., 2005 und Tsutsumi & Kawakami, 2004; psychische Beeinträchtigungen: Metaanalyse von Stansfeld & Candy, 2006; Review von Siegrist, 2008).

Mögliche Gestaltungsansätze

  • Arbeitsteilung und -kombination ändern,
  • Arbeitsmenge überprüfen und ggf. reduzieren,
  • inhaltliche und zeitliche Freiheitsgrade schaffen,
  • soziale Unterstützung ermöglichen, zum Beispiel Sekretariat oder Assistenz einführen,
  • technische Hilfen vorsehen,
  • Personalausstattung verbessern,
  • Fort- und Weiterbildung ermöglichen,
  • Zeitmanagement ändern.