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Vollständigkeit der Aufgabe

Begriffsbestimmung

Eine Arbeitstätigkeit ist vollständig, wenn

  • die Beschäftigten ihre Tätigkeit nicht nur selbst ausführen, sondern auch selbst vorbereiten, organisieren und kontrollieren,
  • die Tätigkeiten unterschiedlich hohe Denkanforderungen stellen, das heißt, eine Mischung darstellen von automatisiert ausführbaren Handlungen ohne bewusste Zuwendung bis hin zu Tätigkeiten mit verschieden hohen Denkanforderungen.

Mögliche kritische Ausprägungen

  • Die Tätigkeit besteht in der Wiederholung ein- und desselben Arbeitsgangs, zum Beispiel einförmige Fließbandarbeit ohne vor- oder nachbereitende indirekte Tätigkeiten oder Ausführen von Routinetätigkeiten bei stark arbeitsteiligen Prozessen in der Fertigung oder Verwaltung etc.
  • Die Tätigkeit erfordert über längere Zeit Daueraufmerksamkeit.
  • Es werden dauerhaft anspruchsvolle kognitive Arbeiten mit hoher Konzentration ohne Zeiten mit weniger anspruchsvollen Tätigkeiten ausgeführt, zum Beispiel bei medizinischen Operationen, die ohne Pause über viele Stunden dauern.

Gefährdungspotenzial

Erste Hinweise auf ein Gefährdungspotenzial werden für die folgenden Krankheitsbilder und Beschwerden berichtet:

  • Erleben kurzfristiger Fehlbeanspruchungsfolgen wie Monotonie und Sättigung in Zusammenhang mit unvollständigen Tätigkeiten (Rudolph et al., 1987).

Mögliche Gestaltungsansätze

  • Anreichern von Ausführungsaufgaben, zum Beispiel durch die Übertragung von Aufgaben, die die eigene Arbeit vorbereiten, organisieren und kontrollieren; dies führt auch zu höherer Eigenverantwortlichkeit,
  • Abstimmung mit vor- und nachgelagerten Bereichen ermöglichen,
  • Aufgabenwechsel durchführen,
  • Mischung von geistig fordernden Aufgaben mit Routinetätigkeiten.