Navigation und Service

Information/Informationsangebot

Begriffsbestimmung

Zur erfolgreichen Bearbeitung von Arbeitsaufgaben benötigen Mitarbeiter Informationen über die eigenen Aufgaben, den Arbeitsgegenstand, das gewünschte Ergebnis oder bereits zuvor erledigte und nachfolgende Prozessschritte.

Mögliche kritische Ausprägungen

  • Informationsdefizite

    • Informationen fehlen oder sind nicht aktuell, zum Beispiel bei der Tätigkeit eines Servicemitarbeiters, der nur unzureichende Informationen über den nächsten Kundentermin erhält und sich nicht ausreichend auf diesen vorbereiten kann,
    • Informationen sind ungünstig dargeboten, unverständlich, schlecht zugänglich oder kommen verspätet, zum Beispiel bei einer hohen Anzahl von Bildschirmen und anderen Anzeigeelementen oder unterschiedlichen bzw. widersprüchlichen Anweisungen von dem oder den Vorgesetzten.
  • Informationsüberflutung, das heißt, die Informationsmenge übersteigt die Möglichkeiten der Informationsaufnahme und -verarbeitung, zum Beispiel E-Mails, die an die ganze Belegschaft gehen. Die Inhalte sind aber nur für einige Mitarbeiter relevant.

Gefährdungspotenzial

Erste Hinweise auf ein Gefährdungspotenzial werden für die folgenden Krankheitsbilder und Beschwerden berichtet:

  • Stress und kognitive Ermüdung bei Informationsüberflutung (z. B. Cohen, 1978).

Hinweis: Allerdings wurden in der Literaturrecherche (Stand April 2012) keine Studien gefunden, die das Gefährdungspotenzial durch das Informationsangebot auf Erkrankungen untersucht haben. Aus grundlagenwissenschaftlichen Untersuchungen ist aber bekannt, dass sowohl der Mangel an Informationen als auch die im Verhältnis zur Verarbeitungskapazität zu große Informationsmenge die Aufgabenausführung erschweren können (Kersten, 2005).

Mögliche Gestaltungsansätze

  • Informationen abrufbar machen, zum Beispiel technische Lösungen schaffen, aktuelle Informationen im Intranet
  • Informationsbedarf optimieren, zum Beispiel erweitern oder reduzieren
  • Informationsdarstellung verbessern, zum Beispiel Anzahl der Monitore reduzieren
  • Umgang mit digitalen Medien ändern, zum Beispiel für E-Mails eingeschränkte Adresslisten einführen
  • transparente Informationsflüsse schaffen, zum Beispiel durch das Treffen von betrieblichen Regelungen: Wer muss an wen wann berichten?