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Arbeitsschutzmaßnahmen

Vermeidung manueller Lastenhandhabung

Maßnahmen sind primär auf eine Vermeidung manueller Lastenhandhabungen mit Gefährdungen der Gesundheit der Beschäftigten zu richten (§ 2 Abs. 1 Lastenhandhabungsverordnung).

Wo dies nicht möglich ist, sind auf der Basis einer Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 Arbeitsschutzgesetz durch den Arbeitgeber geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Gefährdung der Gesundheit der Beschäftigten möglichst gering zu halten (§ 2 Abs. 2 Lastenhandhabungsverordnung).

Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsorganisation

Dabei sind technische und organisatorische Maßnahmen möglich:

  • Vermeidung von sich ständig wiederholenden gleichen Transporten
  • Automatisierung
  • Mechanisierung oder Tätigkeitswechsel
  • Vermeidung von Mechanisierungslücken
  • Vermeidung von Transportgewichten, die die Belastbarkeit der Beschäftigten überfordern

    • Gewichtsreduzierung
    • Einsatz von Bremsen
    • Einsatz von Anfahrhilfen
    • Ersatz durch kraftbetriebene Flurförderzeuge
  • Vermeidung von unnötigen Transporten

    • optimale Logistik, wenig Zwischenlager
  • günstige Körperhaltungen und effektive Bewegungen

    • ergonomisch günstige Griffgestaltung
    • ergonomisch günstige/einstellbare Griffhöhe
    • genügend Fuß- und Beinraum
  • sichere Arbeitsbedingungen

    • ausreichender Bewegungsraum
    • ebener, rutschfester und stabiler Boden
    • keine Schlaglöcher und andere Hindernisse im Boden
    • keine Rampen
    • geeignete Arbeitsschuhe
    • gute Sichtverhältnisse, extreme Temperaturen und Feuchtigkeit vermeiden
    • wenn erforderlich: Angabe des Gewichtes des Transportgutes, Angabe des Schwerpunktes
  • angemessenes Arbeitspensum

    • Vermeidung von zu hohem Arbeitstempo
    • Wechsel zwischen be- und entlastenden Tätigkeiten
    • ausreichende Erholzeiten

Personenbezogene Maßnahmen

Folgende personenbezogene Maßnahmen sind zu empfehlen:

  • Unterweisung der Beschäftigten mit Erläuterungen, die eigens auf die besonderen Gefährdungen durch manuelle Lastenhandhabung ausgerichtet sind:

    • vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten
    • bei Veränderungen im Aufgabenbereich
    • der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie
    • wenn besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen derartige Tätigkeiten ausführen müssen (Berufseinsteiger, Jugendliche und junge Erwachsene, ältere Beschäftigte, Beschäftigte mit besonderer Konstitution oder Disposition)

    Hinweis: Die Unterweisung muss an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.

  • tätigkeitsbezogenes Training der Beschäftigten:

    • Auswahl und Umgang mit geeigneten Hilfsmitteln
    • Gestaltung günstiger Bedingungen
    • richtiges Verhalten beim Transport
    • Ausgleichsübungen
  • individuelle Beratung der Beschäftigten im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge.
    Rechtsgrundlage nach ArbMedVV (Anhang Teil 3 (2) 4a) und nach §11 ArbSchG:

    • Wunschvorsorge: auf Wunsch des Beschäftigten bei nachgewiesener Gefährdungslage (ab 10 Punkten Gesamtpunktsumme bzw. Risikobereich 2 nach LMM Ziehen und Schieben)
    • Angebotsvorsorge: bei Tätigkeiten mit wesentlich erhöhter körperlicher Belastung durch Ziehen oder Schieben von Lasten (ab 25 Punkten Gesamtpunktsumme bzw. Risikobereich 3 nach Leitmerkmalmethode (LMM) Ziehen und Schieben)