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Gefährdungen durch spezielle physikalische Einwirkungen

Bagger bei Rodungsarbeiten im Wald © Uwe Völkner, Fotoagentur FOX

Spezielle physikalische Einwirkungen im Sinne dieses Ratgebers umfassen Lärm, Vibrationen, optische Strahlung, elektromagnetische Felder sowie Unter- oder Überdruck.

Dabei bezeichnet Lärm jeglichen Schall, der zu Gehörschäden oder auch zu extraauralen Gefährdungen wie beispielsweise durch Überhören von Warnsignalen, Befindlichkeits- und Kommunikationsstörungen, einem erhöhten Risiko für das Herz-Kreislauf-System, einer verminderten Arbeitsleistung der Beschäftigten führen kann.

Vibrationen, also mechanische Schwingungen, die von Gegenständen auf den menschlichen Körper übertragen werden, umfassen Ganzkörper-Vibrationen, die insbesondere Rückenschmerzen und Schädigungen der Wirbelsäule verursachen, und Hand-Arm-Vibrationen, die zu Knochen- oder Gelenkschäden, Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen führen können.

Gefährdungen durch optische Strahlung aus künstlichen oder natürlichen Quellen bestehen vor allem in Schädigungen von Augen und Haut.

Die Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Beschäftigte werden durch thermische Effekte bestimmt (Mikrowellenstar). Bei niederfrequenten Feldern treten vor allem Reizwirkungen auf Sinnes-, Nerven- und Muskelzellen auf. Neben den direkten Wirkungen sind die indirekten Wirkungen (z. B. Ableitströme, Elektrisierungen) und die möglichen Einflüsse auf Geräte (wie Implantate) zu beachten.

Hinweis: Abbildung 7.0-1 gibt einen Überblick über das elektromagnetische Spektrum. Der Bereich des sichtbaren Lichts befindet sich an der Grenze zwischen ionisierender und nicht ionisierender Strahlung. Elektromagnetische Felder lassen sich durch die Größen Frequenz f und Wellenlänge λ charakterisieren. Beide Parameter sind über die Lichtgeschwindigkeit c = λ x f miteinander verknüpft.

Unter- und Überdruck beeinflussen die Aufnahme beziehungsweise Abgabe von Atemgasen. Unterdruck in Höhenlagen, Flugzeugen oder Unterdruckkammern schränkt die Sauerstoffversorgung ein und kann insbesondere bei gleichzeitiger körperlicher Beanspruchung zu physiologischen Störungen bis zu schwerer Höhenkrankheit und tödlichen Lungen- und Hirnödemen führen. Bei Überdruck beim Tauchen und im Spezialtiefbau unter Wasser reichern sich Atemgase im Körper an, die bei zu schneller Druckabnahme lebensgefährliche physiologische Störungen und Schädigung von Knochen- und Muskelgewebe, der Kreislauffunktionen, des Zentralnervensystems und der Atemorgane hervorrufen können.