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Arbeitsschutzmaßnahmen

TROS Teil 3 Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen

Der Teil 3 "Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch inkohärente optische Strahlung" der TROS IOS und der Teil 3 "Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch Laserstrahlung" der TROS Laserstrahlung beschreiben das Vorgehen bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik, wie es in der OStrV gefordert wird.

Die Anforderungen zur Dokumentation der anzuwendenden Schutzmaßnahmen sind im Kapitel 10 der TROS IOS Teil 1 "Beurteilung der Gefährdung durch inkohärente optische Strahlung" und TROS Laserstrahlung Teil 1 "Beurteilung der Gefährdung durch Laserstrahlung" festgelegt.

Einsatz sicherer Arbeitsmittel

Arbeitgeber dürfen nur solche Arbeitsmittel zur Verfügung stellen und verwenden lassen, die unter Berücksichtigung der vorgesehenen Einsatzbedingungen sicher sind. Dazu müssen die Arbeitsmittel die Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der entsprechenden Richtlinien wie beispielsweise der europäischen Regelungen nach Maschinenrichtlinie, Niederspannungsrichtlinie sowie deren nationale Umsetzungen erfüllen und auch über die erforderlichen sicherheitsrelevanten Ausrüstungen verfügen. Arbeitgeber sollen bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln darauf achten, dass diese nach europäisch harmonisierten Produktsicherheitsnormen entwickelt und gebaut wurden.

Im Bereich der Normung wird die Emission der Strahlungsquellen beschrieben und somit sind dort Emissionsgrenzwerte definiert. Für die Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsplätzen, die Quellen optischer Strahlung enthalten, können Herstellerangaben entsprechend den in diesem Abschnitt angeführten Normen herangezogen werden. Wenn zur Gefährdungsbeurteilung Emissionsangaben des Herstellers nach Normen verwendet werden, ist zu überprüfen, ob die der Norm zugrunde liegenden Bedingungen für die Risikobeurteilung auf die Arbeitsbedingungen übertragen werden können.

Produkte dürfen gemäß Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) grundsätzlich nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn sie nach allgemein anerkannten "Regeln der Technik" so beschaffen sind, dass Benutzer oder Dritte bei ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung vor Gefahren aller Art für Leben und Gesundheit geschützt sind.

In Tabelle 7.5.2 sind für einige Produktgruppen beispielhaft harmonisierte europäische Normen dargestellt.

Tab. 7.5 – 2 Harmonisierte Normen zur optischen Strahlungssicherheit nach Produktgruppe

Produktgruppen, die optische
Strahlung emittieren

Harmonisierte Normen zur Produktsicherheit
bzgl. optischer Strahlung – gelistet unter:

Maschinen-RLNiederspannungs-RL
Lasereinrichtungen allgemeinEN 60825-1
Lasereinrichtungen für die Materialbearbeitung allgemeinEN ISO 11553-1EN 60825-4
Handgeführte LaserbearbeitungsgeräteEN ISO 11553-2
Laser und LED in der LichtwellenleitertechnikEN 60825-2
Laser in der Freiraum-DatenübertragungEN 60825-12
Strahlungsemissionen von Maschinen
(auch optisch)
EN 12198
Lampen und LampensystemeEN 62471

Kennzeichnung und Zutrittsbeschränkung von Räumen ist bei intensiver Strahlung zu fordern. Sicherheitsklassen lassen sich selbst für höhere Gefährdungsgrade relativ leicht festlegen, wenn die Strahlung als gerichteter Strahl (Laser, andere optische Quellen) nur einen bestimmten Raumbereich überstreicht.

Laserschutzbeauftragter

Für das sichere Betreiben Lasereinrichtungen mit hohem Gefährdungspotential (Laserklassen 3R, 3B und 4) ist ein Laserschutzbeauftragter nach OStrV zu bestellen.

Natürliche optische Strahlung

Die Arbeitgeber in Deutschland sind nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, erforderliche Maßnahmen für den Gesundheitsschutz und die Sicherheit ihrer Beschäftigten am Arbeitsplatz zu treffen.

Da die gesundheitlichen Risiken der natürlichen ultravioletten Strahlung seit Langem nachgewiesen und anerkannt sind, sollten sich Arbeitgeber dieser Verpflichtung und der damit verbundenen Verantwortung bewusst sein.

Es gelten insbesondere die Verpflichtungen

  • zur Gefährdungsbeurteilung (Expositionsermittlung und -bewertung),
  • zur Festlegung und Anwendung von Schutzmaßnahmen,
  • zur Unterweisung,
  • zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.

Geeignete Schutzmaßnahmen sind in [2], [8], [9] beschrieben. Basierend auf der Merkformel "Die Haut vergisst keine einzige Bestrahlung" zur Langzeitwirkung von ultravioletter Strahlung sollte daher die berufliche UV-Exposition minimiert werden