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Art der Gefährdungen und deren Wirkungen

Quellen

Typische Maschinen, von denen Hand-Arm-Vibrationen ausgehen, sind z. B. Kettensägen, Freischneider, Stampfer, Abbruchhämmer, Schlagbohrmaschinen, Winkelschleifer, Trennschneider, handgeführte elektrische Sägen (vgl. [3], S. 13). Sie erzeugen Vibrationen zwischen 8 und bis 1 000 Hz.
Vibrationen können aber auch bei der mechanischen Bearbeitung handgehaltener Werkstücke auftreten.

Leitmerkmale für die Einwirkdosis

Die Intensität der Einwirkung hängt insbesondere ab von

  • der physikalischen Belastung: Einwirkrichtung (vgl. Abbildung 6.3-1; aus [3]), Stärke/Amplitude, Frequenz und Stoßhaltigkeit (Alte, verschlissene oder schlecht gewartete Maschinen weisen meist deutlich stärkere Vibrationen auf als neue, gut gewartete in gutem Zustand.)
  • mitwirkenden Belastungsfaktoren: Stelle der Krafteinwirkung, Körperhaltung, Ankoppelungskraft = Handgreifkraft + Arm-Andruckkraft, Kraftabstützung, Temperatur, Übungsgrad
  • Expositionsdauer: Dauer und Häufigkeit der Einwirkung; Pausen und Unterbrechungen

Abb. 6.3-1 Einwirkrichtung der physikalischen Belastung Abb. 6.3-1 Einwirkrichtung der physikalischen Belastung

Individuelle Leistungsvoraussetzungen

Die Beanspruchung hängt auch ab von den individuellen Voraussetzungen der Beschäftigten, insbesondere Geschlecht, Alter, Alter bei Expositionsbeginn, Konstitution, allgemeinem Gesundheitszustand, Zustand des Hand-Arm-Systems, aber auch Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Vibrationsbelastung und vibrationsarmen Umgebung mit Vibrationsquellen.
Wirkungen
Akut können insbesondere bei Frequenzen über 30 Hz zunächst Befindlichkeitsstörungen und Schmerzen an Händen und Armen, aber auch Schulter und Oberkörper auftreten. Exponierte Beschäftigte klagen häufig über Kribbeln und Taubheit in Fingern und Händen. Zu Beginn erfassen diese Durchblutungsstörungen zunächst nur die Kuppen von einem oder mehreren Fingern. Wenn das Blut zurück in die Finger strömt (in der Regel durch Wärme oder eine lokale Massage), werden die Finger rot und beginnen oft zu schmerzen. Es können Entzündungen an Sehnen auftreten. Im Winter treten diese Störungen häufiger auf als im Sommer.
Bei fortgesetzter Vibrationsexposition können die Finger bis zur Fingerwurzel weiß werden, die Störungen werden häufiger und betreffen immer mehr Finger und können bis zu krampfartigen Attacken führen (vibrationsbedingtes vasospastisches Syndrom bzw. Weißfinger-Krankheit) [3], [4]. Je nach Stärke der Vibrationsimpulse kann die Dauer zwischen wenigen Minuten und mehr als einer Stunde liegen. Diese Attacken können das gesamte Jahr hindurch bereits bei eher kleinen Temperaturabsenkungen auftreten. Viele betroffene Arbeitnehmer erleben dann einen voll-ständigen Verlust des Tastgefühls und der manuellen Beweglichkeit.
Weitere chronische Schäden insbesondere bei Frequenzen unterhalb von 50 Hz sind degenerative Knochen-, Gelenk-, Gefäß-, Sehnen- und Nervenschädigungen der Hand, des Ellenbogens und der Schultern. Das Risiko eines Karpaltunnelsyndroms ist erhöht.
Die Arbeitsfähigkeit kann soweit beeinträchtigt werden, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Schäden schränken zudem das Privatleben und Freizeitaktivitäten ein (aus [2]).
Schwere Folgen intensiver Hand-Arm-Vibrationen können als Berufskrankheiten anerkannt werden (vgl. Berufskrankheiten-Verordnung):

  • Erkrankungen durch Erschütterung bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen oder gleichartig wirkenden Werkzeugen oder Maschinen (BK 2103)
  • vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen (BK 2104)
  • Karpaltunnel-Syndrom (CTS) (BK 2113)
  • Hypothenar-Hammer-Syndrom (HHS) bzw. Thenar-Hammer-Syndrom (THS) (BK 2114)

Multifaktorielle Wirkungen

Kälte kann Durchblutungsstörungen bei Hand-Arm-Vibrationen verstärken.
Durch Vibrationen eingeschränkte Beweglichkeit der Finger und eingeschränkter Tastsinn kann die Wahrscheinlichkeit von Unfällen erhöhen. Wirkungen von Hand-Arm-Vibrationen

Arbeitnehmer, deren Hände regelmäßig Vibrationen ausgesetzt sind, leiden möglicherweise an Schädigungen, die zu den allgemein unter dem Begriff "vibrationsbedingte Erkrankungen" [1] bekannten Symptomen führen, zum Beispiel Knochen- oder Gelenkschäden, Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen.

Durch langjährige Tätigkeit mit starken Hand-Arm-Vibrationen können degenerative Veränderungen der Handknochen, der Gelenke in der Hand, des Ellenbogens und der Schultern entstehen. Diese sind mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Außerdem können Durchblutungsstörungen in den Fingern auftreten, die sich durch Taubheit und Kribbeln in den Fingern äußern und bis zu krampfartigen Attacken führen (Vibrationsbedingtes vasospastisches Syndrom bzw. Weißfinger-Krankheit) [3], [4].

Lang dauernde, intensive Hand-Arm-Vibrationen können zu den Berufskrankheiten BK 2103 "Erkrankungen durch Erschütterung bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen oder gleichartig wirkenden Werkzeugen oder Maschinen" sowie BK 2104 "Vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen" führen. Anfang 2015 trat eine Änderung der Berufskrankheiten-Verordnung in Kraft, welche die Erkrankungen "Carpaltunnel-Syndrom (CTS)" und "Hypothenar-Hammer-Syndrom (HHS)" bzw. "Thenar-Hammer-Syndrom (THS)" als Berufskrankheiten BK 2113 und BK 2114 anerkennt.

Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten können beeinträchtigt werden

  • durch zeitweiliges oder andauerndes Kribbeln und Schmerzen in den Händen,
  • durch Einschränkungen der Beweglichkeit und der Durchblutung in Händen und Armen,
  • bei kombinierter Belastung, zum Beispiel mit Lärm, Hitze, Kälte und Zugluft.

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