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Grenzwerte, Beurteilungskriterien

Vorgeschriebene Grenzwerte

Das Arbeitsschutzgesetz gilt allgemein auch für elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz. Grenzwerte für die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern am Arbeitsplatz sind in der am 19.11.2016 in Kraft getretene Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV) gesetzlich geregelt.

Mit der EMFV wurde in Deutschland die Arbeitsschutz-Richtlinie 2013/35/EU in nationales Recht umgesetzt. Die Verordnung ist im Bundesgesetzblatt, Jahrgang 2016, Teil 1, Nr. 54 am 18.11.2016 veröffentlicht worden.

Um die Anwendung der EMFV in der betrieblichen Praxis zu erleichtern, wird die Verordnung durch Technische Regeln praxisorientiert konkretisiert werden. Technische Regeln zur EMFV werden vom Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS) erarbeitet, der das BMAS in Fragen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit elektromagnetischen Feldern berät.

Für Anwender, die zuvor die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 15 (bisher BGV B11) bzw. di dazugehörige DGUV Regel 103-013 (bisher BGR B11) (2001) benutzt haben, wird der Übergang zur Anwendung der neuen EMFV bei der Beurteilung von EMF an Arbeitsplätzen unproblematisch sein.

Die Einhaltung der Auslöseschwellen laut EMFV sichert jedoch nicht zwangsläufig den Schutz von Personen mit Körperhilfsmitteln ab (siehe Abschnitt: Herzschrittmacher und andere Körperhilfsmittel, Normen: DIN EN 50527-1: Verfahren zur Beurteilung der Exposition von Arbeitnehmern mit aktiven implantierbaren medizinischen Geräten (AIMD) gegenüber elektromagnetischen Feldern und DIN EN 50527-2-1: Besondere Beurteilung für Arbeitnehmer mit Herzschrittmachern) und FB 457 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgelegt, s. auch "Empfehlung des Rates vom 12. Juli 1999 zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (0 bis 300 GHz)".

Mess- und Beurteilungsverfahren

In Deutschland ist bei der Gefährdungsbeurteilung die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV) anzuwenden. Verfahren zur Messung sind in der DIN EN 50413 enthalten. Die zur Beurteilung von EMF am Arbeitsplatz erforderlichen Grenzwertfestlegungen basieren auf folgenden Empfehlungen der ICNIRP: Empfehlungen zur Begrenzung zeitlich veränderlicher elektrischer und magnetischer und elektromagnetischer Felder (bis zu 300 GHz), 1998 [2], Guidelines zu statischen Feldern (2009) [3] und zu niederfrequenten zeitlich veränderlichen elektrischen und magnetischen Feldern (1 Hz bis 100 kHz) (2010) [4]. Zu gepulsten Feldern wurde von der ICNIRP außerdem 2003 ein Statement veröffentlicht [5]. In Deutschland wurde die Methode der DGUV Vorschrift 15 zur Bewertung gepulster Felder (Zeitbereichsbewertungsmethode - ZBM) an die Rahmenbedingungen der Richtlinie 2013/35/EU angepasst, s. FB 457 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und Leitfaden zur Richtlinie 2013/35/EU "Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz", Band 1.

EU-Richtlinie "Elektromagnetische Felder"

Im Juni 2013 trat die EU-Arbeitsschutz-Richtlinie 2013/35/EU über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor Gefährdungen durch physikalische Einwirkungen (elektromagnetische Felder) als 20. Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Arbeitsschutzrahmenrichtlinie 89/391/EWG und zur Aufhebung der Richtlinie 2004/40/EG in Kraft.

Die Richtlinie 2013/35/EU ist darauf gerichtet, Arbeitnehmer vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder zu schützen und dabei unnötige Belastungen und Kosten - insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - zu vermeiden. Das überarbeitete Schutzkonzept für EMF am Arbeitsplatz berücksichtigt, dass an den meisten Arbeitsplätzen mit EMF die elektrischen, magnetischen bzw. elektromagnetischen Felder so gering sind, dass keine Maßnahmen ergriffen werden müssen – Beschäftigte mit besonderem Risiko, wie Implantatträger müssen jedoch immer beachtet werden.

Maßnahmen sind demnach insbesondere zu treffen bei Arbeitsplätzen mit starken EM-Feldern (Beispiele: Schweißen, Elektrolyse, medizinische Anwendungen wie Magnetresonanztomographie) bzw. für Beschäftigte mit besonderem Risiko.

Zur Erleichterung der Durchführung stellte die Kommission einen unverbindlichen Leitfaden zur Richtlinie 2013/35/EU "Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz" bereit.

Der von der EU-Kommission als Hilfestellung für die praktische Anwendung bereitgestellte Leitfaden zur Richtlinie 2013/35/EU besteht aus drei Teilen: Band 1 hat vier Hauptkapitel (u. a. Grundlagen zu EMF am Arbeitsplatz) und Anhänge mit genauen Ausführungen. Band 2 liefert Fallbeispiele aus der Praxis und Band 3 enthält einen verkürzten Text aus Band 1 als Erläuterung für KMU.

Nicht verbindlicher Leitfaden mit bewährten Verfahren im Hinblick auf die Durchführung der Richtlinie 2013/35/EU: