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Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz bei EMF

Beurteilung der Exposition

Der Arbeitgeber hat vor dem Einsatz eines Beschäftigten an einem Arbeitsplatz mit elektromagnetischen Feldern zu entscheiden, ob und wie eine Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich EMF durchzuführen ist, die Dokumente sind aufzubewahren.

Der Arbeitgeber hat zu sichern, dass eine Gefährdungsbeurteilung von fachkundigen Personen durchgeführt wird und die geltenden Vorschriften angewandt werden (s. Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 15 (bisher BGV B11) bzw. die dazugehörige DGUV Regel 103-013 (bisher BGR B11)).

Eine geschlossene Darstellung aller Schutzmaßnahmen für den gesamten EMF-Bereich ist hier nicht möglich. Eine umfassende Darstellung der physiologischen Grundlagen, der Wirkungen statischer und niederfrequenter Felder bis 100 kHz, der Ableitung von Grenzwerten und der notwendigen Schutzmaßnahmen gibt der Forschungsbericht FB 400 (2011) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales "Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz". Im IFA-Report der DGUV "Elektromagnetische Felder an Anlagen, Maschinen und Geräten" (2011) werden neben der Erläuterung von Grundlagen, Regeln und Normen auch Hilfen für die Beurteilung der Exposition anhand von Praxisbeispielen angeführt.

Zur Beurteilung der Exposition von Arbeitnehmern an Arbeitsplätzen mit EMF dient die DIN EN 50499 (Verfahren für die Beurteilung der Exposition von Arbeitnehmern gegenüber elektromagnetischen Feldern).

Einsatz sicherer Arbeitsmittel

Arbeitgeber dürfen nur solche Arbeitsmittel zur Verfügung stellen und verwenden lassen, die unter Berücksichtigung der vorgesehenen Einsatzbedingungen sicher sind. Dazu müssen die Arbeitsmittel die Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der entsprechenden Richtlinien wie beispielsweise der europäischen Regelungen nach Maschinenrichtlinie, Niederspannungsrichtlinie sowie deren nationale Umsetzungen erfüllen und auch über die erforderlichen sicherheitsrelevanten Ausrüstungen verfügen. Arbeitgeber sollen bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln darauf achten, dass diese nach europäisch harmonisierten Produktsicherheitsnormen entwickelt und gebaut wurden.

Technische und organisatorische Maßnahmen, Schutzausrüstungen

Falls Expositionsgrenzwerte am Arbeitsplatz überschritten werden und/oder eine Einhaltung der Grenzwerte durch das Arbeitsmittel selbst nicht gewährleistet ist, sind Maßnahmen zu treffen. Dazu gehören die Anwendung alternativer Verfahren, technische Maßnahmen (wie Abschirmungen, Abstandsvergrößerung zur Feldquelle) und organisatorische Maßnahmen (wie Zugangskontrolle, Kennzeichnung, Warnschilder, kürzere Einsatzzeiten). Die Beschäftigten sind zu unterweisen, gegebenenfalls sind persönliche Schutzausrüstungen (Schutzkleidung, Schutzbrillen) anzuwenden.

Die Normen DIN EN 12198-1, -2, und -3 "Sicherheit von Maschinen; Bewertung und Verminderung des Risikos der von Maschinen emittierten Strahlung" behandeln allgemeine Leitsätze der Risikobewertung der Strahlenemission von Maschinen, Messverfahren für die Strahlenemission und Minderungsmaßnahmen durch Abschwächung oder Abschirmung.

Anforderungen an Schutzkleidung für hochfrequente elektromagnetische Felder behandelt die DIN 32780-100 "Schutzkleidung" (siehe DGUV Information 203-027 (bisher BGI 844)).

Unterweisung der Beschäftigten

Bei möglichen Gefährdungen an Arbeitsplätzen mit EMF sind die Beschäftigen bei Aufnahme der Tätigkeit und in regelmäßigen Abständen (mindestens jährlich) zu unterweisen und über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung zu informieren.

Messung

Da die Messungen vor Ort ein umfangreiches Fachwissen und große Erfahrung verlangen, sind EMF-Messungen stets von fachkundigen Personen durchzuführen. Einige Anwender haben als Auflage ausreichende eigene Messgeräte vorzuhalten und bestimmte Messungen durchzuführen.

Hinweise zur Messstrategie elektromagnetischer Felder sowie ein Messprotokoll können nachfolgend entnommen werden.

Zur Beurteilung der Gefährdung durch EMF sind erforderlichenfalls orientierende Messungen durchzuführen. Nach größeren Reparaturen und/oder Änderungen der Betriebsparameter der Anlage sind die Messungen zu wiederholen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Messungen durch Berechnungen ersetzt werden, vgl. dazu auch DIN EN 50413 (Grundnorm zu Mess- und Berechnungsverfahren der Exposition von Personen in elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern).